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Worum es im Zoff mit seinen “Hatern” geht


Der YouTuber “Drachenlord” ist vor allem bekannt, weil Zuschauer ihn bis zur Weißglut reizen. Der Mann, der einfach nicht aufgeben will, könnte jetzt deshalb hinter Gittern landen. Das Ende seines völlig aussichtslosen Kampfes?

In Nürnberg hat an diesem Donnerstag unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen einen der umstrittensten YouTuber begonnen: “Drachenlord” Rainer Winkler (32) ist wegen Delikten wie Körperverletzung und Beleidigung angeklagt und könnte im Gefängnis landen.

Das ist wahrscheinlich, seit er im Frühjahr einen Deal ausgeschlagen hatte. Das Gericht hatte ihm noch einmal eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt, wenn er seine Arbeit als Web-Reizfigur aufgibt.

Beim Prozessauftakt kam es bereits am Anfang zu einer Überraschung. Bei einem Gespräch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung verkündete diese: Der “Drachenlord” hat sein Haus an die Gemeinde verkauft und will untertauchen. Die Sitzung muss deswegen zeitweise unterbrochen werden, um in einem Rechtsgespräch die Voraussetzungen für eine Bewährungsstrafe auszuloten.

Zudem verkündete der Verteidiger: “Er wird bei seinen Internetaktivitäten Änderungen vornehmen, dass er nicht mehr die breite Angriffsfläche bietet.”

Prozess in Nürnberg: “Drachenlord” droht Gefängnis

Sowohl ein freiwilliges Ende seiner YouTube-Karriere wie auch eine Gefängnisstrafe wären ein Erfolg seiner “Hater” oder “Haider”, wie sie sich in fränkischem Dialekt nennen. Dahinter verbergen sich die losen Mitglieder einer kaum überschaubaren Group im Web, die ihn regelmäßig überwiegend zur eigenen Unterhaltung provozieren.

Zuschauer warten vor Prozessbeginn in Nürnberg auf Einlass: Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. (Quelle: t-online/Wienand)Zuschauer warten vor Prozessbeginn in Nürnberg auf Einlass: Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. (Quelle: Wienand/t-online)

Gerade erst battle nach dem Anschlag im norwegischen Kongsberg mit fünf Toten sein Foto als das des angeblichen Täters “Rainer Winklarson” verbreitet und von diversen ausländischen Medien genutzt worden.

YouTuber 2019 zu Bewährungsstrafe verurteilt

Mit den Aktionen im Netz und vor allem vor seiner Tür bringen sie Winkler immer wieder zum Ausrasten. Bereits 2019 wurde er zu einer neunmonatigen Strafe zur Bewährung verurteilt. Doch er konnte sich nicht bewähren: Es geht nun um neue Fälle von Körperverletzungen, weil er “Haider” an seinem Grundstück mit Faust und mit Taschenlampe geschlagen haben soll.

Teilnehmer einer Hass-Demo gegen den Youtuber "Drachenlord" (Archivfoto): Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen die Netzberühmtheit. (Quelle: dpa/Oßwald/NEWS5)Teilnehmer einer Hass-Demo gegen den Youtuber “Drachenlord” (Archivfoto): Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen die Netzberühmtheit. (Quelle: Oßwald/NEWS5/dpa)

Außerdem angeklagt sind Fälle von Beleidigung und Verleumdung auch von Polizisten. Auf die örtliche Polizei schimpft er regelmäßig, weil die ihm nach seiner Ansicht nötigen Schutz vor Mobbing verweigert. Er wolle nur seinem Beruf nachgehen, in dem er nach eigener Überzeugung etwas erreicht hat, und der so auch in den Gerichtsakten steht: “YouTuber”.

Zugleich geht er auch immer wieder in die Offensive gegen seine Mobber, die das dann als spannende neue Kapitel im “Drachengame” verbuchen. Die nervigen Störer verschaffen ihm auch jene Aufmerksamkeit, die er als YouTuber sucht.

Polizei muss ständig kommen

“Vom Web” wird er quasi heimgesucht, seitdem er einmal in einem Stream seine Adresse nannte: Wer etwas wolle, könne ja vorbeikommen. Und das passiert seither ständig. Deshalb spricht das zuständige Amtsgericht Neustadt an der Aisch von einer “erheblichen Belastung der örtlich zuständigen Polizeidienststelle”.

Tägliche Polizeieinsätze an Winklers heruntergekommenem Haus sind wegen des Kreislaufs aus Provokationen, Wut und Hass die Regel. Gemessen an der Zahl der Gesetzesverstöße dürften die “Haider” bei dem ungleichen Kampf gegenüber Winkler weit in Führung liegen.

Aus Vorsicht zieht das Gericht Neustadt für die Verhandlung nach Nürnberg in den Justizpalast. Das soll einen möglichst störungsfreien Ablauf sichern. Es sei nicht auszuschließen, dass es zu “einer nicht unerheblichen Präsenz” des entsprechenden Personenkreises kommt.

Gericht verbietet Diktafon-Stifte

Ein größeres Aufgebot an Wachtmeistern der Justiz bekommt deshalb für die Verhandlung zusätzliche Amtshilfe von der Polizei. Bei den Einlasskontrollen werden Personalausweise kopiert, um mögliche Störer identifizieren zu können. Das Gericht hat explizit auch “in Kugelschreiber eingebaute Diktiergeräte und Filmbrillen” verboten, um sicherzustellen, dass nicht heimlich Movie- oder Tonaufnahmen erstellt werden.

Das Gericht sieht Anlass für entsprechende Befürchtungen. Solche Aufnahmen wären für das “Drachengame” ein Fest. Dort könnten sich bei einer Haftstrafe für Winkler auch die zwei jungen Männer feiern, die einen Tag vor Weihnachten 2019 auf der Straße vor seinem Balkon gestanden und ihn so gereizt hatten, bis er nach unten kam und beide schlug. Der Anklage zufolge hatte einer der beiden Besucher frohlockt: “Wir bringen ihn in den Knast.”

Wann ein Urteil gefällt wird, ist unklar.



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Written by Newsplaneta

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