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Corona-Meldesystem steht kurz vor dem Zusammenbruch


Die pandemische Lage in Österreich spitzt sich zu. Nun steht das zentrale Meldesystem für Corona-Infektionen nach einem Medienbericht kurz vor dem Zusammenbruch. Alle Infos im Newsblog.

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt seit 2020 fest im Griff. Derzeit ist die Zahl der Neuinfektionen besonders in Bayern, Sachsen und Thüringen hoch. Mehr als 65.000 Neuinfektionen wurden innerhalb eines Tages gemeldet, in einigen Landkreisen liegt die Inzidenz schon bei über 1.000, deutschlandweit bei mehr als 300. Bei den Impfungen geht es nur langsam voran. Vollständig geimpft sind derzeit rund 68 Prozent der Bevölkerung. 

Österreich – Corona-Meldesystem steht kurz vor dem Zusammenbruch

Das zentrale Meldesystem für Corona-Infektionen in Österreich steht kurz vor dem Zusammenbruch. Das berichtet die österreichische Tageszeitung “der Commonplace”. Die Zahl der Infektionen sei in den vergangenen Tagen so stark gestiegen, dass die Bundesländer vom Gesundheitsministerium angewiesen wurden, ab Freitag nur noch optimistic Testergebnisse in das Epidemiologische Melderegister (EMS) einzutragen. Die Maßnahme müsse getroffen werden, da der Betrieb des Techniques aufgrund von Überlastung akut gefährdet sei, geht aus einem Schreiben des Ministeriums hervor, das dem “Commonplace” vorliegt.

In dem Meldesystem in Österreich werden damaging und optimistic Testergebnisse eingetragen – teilweise auch Verdachtsfälle. Das ändert sich nun: “Ab sofort sind keinerlei damaging und keinerlei Verdachtsfälle in das EMS zu melden”, schreibt das Ministerium. Das System sei überlastet.  “Aufgrund anderer technischer Voraussetzungen sind die Steiermark, Kärnten und das Burgenland davon ausgenommen.”

GEW will Schulen und Kitas weiter offenhalten

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plädiert weiter dafür, Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie offenzuhalten, beklagt aber fehlende Voraussetzungen dafür. Die GEW halte das Ziel für richtig, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu halten, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). “Dafür müssen Länder und Kommunen aber endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Das ist bisher nur unzureichend geschehen.”

“In manchen Hotspots droht die Scenario an den Schulen bereits jetzt aus dem Ruder zu laufen”, sagte Finnern. “Deshalb muss die Politik sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen: Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssen umgehend eingebaut werden”, sagte die Gewerkschaftschefin. “Das Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen ist – trotz aller richtigen pädagogischen Bedenken – eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern.”

2G-Regel gilt in Tschechien landesweit

Tschechien verschärft angesichts stark steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen. Ab Montag soll in Eating places, Bars, Accommodations und vielen anderen Einrichtungen die 2G-Regel gelten, wie der geschäftsführende Regierungschef Andrej Babis am Donnerstag ankündigte. “Wir haben uns vom bayerischen Modell inspirieren lassen, dessen Grundlage ist, dass nur Geimpfte oder Genesene Zugang zu Dienstleistungen, Accommodations und Versammlungen haben”, erklärte Babis im Onlinedienst Twitter.

Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: imago images/Political-Moments)Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: Political-Moments/imago photographs)

45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

An den Schulen in Deutschland gab es nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) zuletzt rund 45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus waren in der vergangenen Woche knapp 87.000 von zehn Millionen Schülern in Quarantäne. Das geht aus der regelmäßigen Statistik der KMK zur Corona-Scenario an den Schulen hervor.

In der Vorwoche waren 23.000 Corona- und 54.000 Quarantäne-Fälle gemeldet worden. Ferienbedingt lagen da allerdings keine Zahlen zu rund 1,5 Millionen Schülern und 138.000 Lehrkräften aus Baden-Württemberg vor, die in der aktuellen Statistik enthalten sind.

Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus knapp 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp zehn Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Die Statistik weist außerdem 3.600 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus und zusätzlich rund 2.100 Quarantäne-Fälle. Zugrunde liegen hier Angaben zu 878.000 Lehrkräften. In der Vorwoche waren 1.800 Corona- und rund 1.100 Quarantänefälle bei Lehrkräften gemeldet worden.

Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: imago images/Political-Moments)Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: Political-Moments/imago photographs)

Entscheidung zu Pfizer-Impfstoff für Kinder nächste Woche erwartet

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will voraussichtlich bereits Ende nächster Woche über die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren entscheiden. Die Prüfung der Daten gehe sehr intestine voran, erklärte die EMA am Donnerstag in Amsterdam. Der Impfstoff ist in der EU bisher nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Zunächst hatte die EMA eine Entscheidung bis zum Jahresende angekündigt.

Bisher ist in der EU noch kein Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen. In Israel und den USA dürfen Kinder hingegen ab fünf Jahren bereits mit dem Pfizer/Biontech-Präparat geimpft werden. 

Wegen Scheinimpfungen – Berufsverbot gegen Arzt verhängt

Er soll falsche Impfnachweise ausgestellt und unwirksame Mittel gespritzt haben: Nun verbietet ein Amtsgericht einem Arzt in Bayern vorerst, weiter Patienten zu betreuen. Lesen Sie hier mehr.

Größte Klinik der Seenplatte verhängt auch Besuchsstopp

Das größte Krankenhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte – das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg – hat wegen der Corona-Scenario einen Besuchsstopp verhängt. Dies gelte ab 22. November für alle Standorte des Klinikums, wie eine Sprecherin am Donnerstag erläuterte. Nur nach Rücksprache mit dem ärztlichen Dienst könne in Ausnahmefällen – wie der Begleitung minderjähriger Kinder oder Schwangerer – davon abgewichen werden. In allen Fällen sei jedoch ein negativer Corona-Check nötig, der maximal 24 Stunden alt sein darf.

Die Maßnahme sei zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter nötig, damit die Klinik arbeitsfähig bleibe. Zudem seien die Bereiche für Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle erweitert worden. Derzeit würden 29 Corona-Patienten in Neubrandenburg behandelt, davon vier Patienten auf einer Intensivstation. Besondere Sorge bereite der schnelle Anstieg der Corona-Fälle. Im Januar 2021 hatte die Klinik mehr als 80 Corona-Patienten, davon 17 auf der Intensivstation.

Das Krankenhaus ist mit rund 1.000 Betten in Häusern in Neubrandenburg, Malchin und Altentreptow sowie 2.600 Mitarbeitern eine der größten Kliniken im Nordosten.

Zwei Regionen in Österreich müssen in Komplettlockdown

Die am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen Österreichs wollen einen Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängen. Das gaben die Ministerpräsidenten von Salzburg und Oberösterreich am Donnerstag bekannt. Particulars sollten im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Ob zusätzlich zum bestehenden Lockdown für Ungeimpfte in ganz Österreich noch weitere bundesweite Maßnahmen umgesetzt werden, soll in Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Freitag entschieden werden.

Fußgängerzone in Salzburg: In zwei Regionen wird wohl ein Lockdown verhängt. (Quelle: imago images/photosteinmaurer.com)Fußgängerzone in Salzburg: In zwei Regionen wird wohl ein Lockdown verhängt. (Quelle: photosteinmaurer.com/imago photographs)

Am Donnerstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Österreich mit 15.145 wieder einen Rekord. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 989.

Halbe Million Impfungen an einem Tag verabreicht 

Erstmals seit dem 11. August wurden am Mittwoch wieder mehr als 500.000 Corona-Impfdosen verabreicht. Das Robert-Koch-Institut nennt 503.946 Impfungen. Davon sind 60.786 Erstimpfungen, 61.603 Zweitimpfungen und 381.560 Auffrischungsimpfungen. “Wir brauchen zu unserem Schutz noch mehr Tempo”, twittert Gesundheitsminister Jens Spahn.

Sachsen denkt über flächendeckenden Lockdown nach

Aufgrund der dramatischen Corona-Lage denkt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer offenbar über einen flächendeckenden Lockdown in dem Bundesland nach. Das berichten die “Leipziger Volkszeitung” und “Bild”.

Kretschmer befürwortet demnach eine Schließung von Diskotheken und Bars sowie ein komplettes Verbot von Großveranstaltungen. Unklar ist noch, ob Eating places offen bleiben können. Der Lockdown könnte offenbar drei Wochen dauern. Ähnliche Forderungen hatte auch der sächsische Krankenhauskoordinator gestellt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Ramelow fordert bundesweite Testpflicht

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) fordert eine bundesweite Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene. “Jetzt wird es Zeit, dass wir auch die Erwachsenen testen, auch die, die geimpft und genesen sind”, sagte Ramelow am Donnerstag “MDR Aktuell”. Es helfe nicht, eine 2G-Regelung zu machen, die formal ausweise, dass man geimpft oder genesen sei. Stattdessen müsse man schauen, ob das Virus von Menschen weitergegeben werde. “Und Geimpfte tragen das Virus auch weiter.”

Über die angespannte Lage in den Krankenhäusern sagte Ramelow, dass Thüringen wahrscheinlich erste Patienten in andere Krankenhäuser abgeben müsse. “Wir koordinieren gerade mit den anderen Bundesländern, wer wo welche Kapazitäten frei hat.”

Drosten: Corona in erster Linie “Krankheit der Ungeimpften” 

Angesichts der angespannten Corona-Lage in Deutschland hält der Virologe Christian Drosten einen Maßnahmenmix aus 2G-Regel, mehr Auffrischungsimpfungen sowie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für sinnvoll.

“Allein, um unser Gesundheitssystem weiter funktionsfähig zu halten und die medizinische Allgemeinversorgung gewährleisten zu können, muss es unser oberstes Ziel sein, die Ungeimpften gegen eine Infektion zu schützen”, erklärte der Leiter der Charité-Virologie in Berlin auf dpa-Anfrage. Die Infektionszahlen der Ungeimpften müssten schnell gesenkt werden, da diese Menschen bei einer Infektion ein vielfach höheres Risiko als Geimpfte hätten, ins Krankenhaus zu kommen. Covid-19 sei in erster Linie eine “Krankheit der Ungeimpften”, betonte er.

Christian Drosten: Auf die Einschätzung des Virologen vertraut Deutschland. (Quelle: imago images/xim.gs)Christian Drosten: Auf die Einschätzung des Virologen vertraut Deutschland. (Quelle: xim.gs/imago photographs)

Mit 2G könne es gelingen, das Infektionsrisiko für die Ungeimpften im öffentlichen Bereich zu senken, führte Drosten aus. “Insofern ist das schon ein erster Fortschritt.” Das Virus könne aber immer noch in Haushalte eingeschleppt werden: Nötig für einen effizienten Schutz seien daher leider zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, “die auch ihr häusliches und privates Umfeld betreffen”. Schon vor einigen Tagen hatte Drosten deutlich gemacht, dass er in der 3G-Regel keinen ausreichenden Schutz für negativ Getestete sieht.

Kretschmann möchte alle Maßnahmen zur Verfügung haben

Neben der Union fordert auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ampelparteien auf, den Ländern nicht ihren Entscheidungsspielraum zu nehmen. Einige Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie müssten weiter möglich sein.” “Mit Ausgangsbeschränkungen können wir da gar nichts machen mit dem, was jetzt vorgesehen ist”, sagt der Grünen-Politiker in der ARD mit Blick auf die geplanten Einschränkungen im Infektionsschutzgesetz.

Winfried Kretschmann bei der Vorstellung einer PR-Kampagne (Archivbild): Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert mehr Instrumente für die Länder in der Corona-Pandemie. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)Winfried Kretschmann bei der Vorstellung einer PR-Kampagne (Archivbild): Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert mehr Instrumente für die Länder in der Corona-Pandemie. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago photographs)

“Das brauchen wir aber unter Umständen, wenn die Infektionszahlen noch weiter steigen”, fügt er hinzu. “Deshalb werden wir noch mal plädieren, dass wir alle Möglichkeit haben, die wir bisher auch hatten.”

Landkreise schlagen Impfpflicht für Pflegeheime vor

Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen fordern die Landkreise die rasche Einführung einer Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen. Es sei “höchste Zeit für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen”, sagte der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Sollte diese eingeführt werden, müssten auch die übrigen Angestellten beispielsweise von Pflegeheimen wie Köche oder Reinigungskräfte einbezogen werden. Auch sie spielten eine Rolle im Infektionsgeschehen.

RKI-Chef Wieler: Apotheken sollen impfen

Lothar Wieler hält eine Grafik in der Hand, die die Infektionsdichte in den Bundesländern zeigt (Archivbild): Er fordert eine schnelle Impfkampagne, auch in Apotheken.  (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)Lothar Wieler hält eine Grafik in der Hand, die die Infektionsdichte in den Bundesländern zeigt (Archivbild): Er fordert eine schnelle Impfkampagne, auch in Apotheken. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa)

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, will das Impf-Tempo durch Corona-Impfungen in Apotheken erhöhen. “Wir sind in einer Notlage, und in einer Notlage muss man bestimmte Dinge großzügig gestalten”, sagte Wieler bei einer On-line-Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Deshalb sei er ganz klar dafür, dass Apotheker impfen sollten. “Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt gefälligst impfen” sagte der Experte. Lesen Sie hier mehr.

Laborärzte fürchten Überlastung mit PCR-Checks

Die Zahl der PCR-Checks ist nach Angaben der Deutschen Laborärzte in den letzten zwei Wochen um 50 Prozent gestiegen. “Sollte die Inzidenz jedoch weiter in dem bisherigen Maße ansteigen, kann es trotz der im Vergleich zum Anfang der Pandemie massiv ausgebauten Testmöglichkeiten in den Laboratorien zu einer verlängerten Untersuchungsdauer kommen”, sagt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Um dies möglichst zu vermeiden, bereiteten sich die Laboratorien durch Neueinstellungen von Private, aber auch durch einen Ausbau der Gerätekapazitäten derzeit auf diese Scenario vor. “Eine Überlastung des Techniques wird aber nur dann nicht stattfinden, wenn die Anforderung von PCR-Testungen weiterhin strikt nach den Vorgaben der nationalen Teststrategie erfolgt.”

2G-Regelung kann vierte Welle in Österreich nicht stoppen

Trotz der Einführung der 2G-Regelung in Österreich vor zehn Tagen zeigt sich Experten zufolge keine ausreichende Abschwächung des Infektionsgeschehens. “Das Bremspotenzial dieser Maßnahmen ist aktuell unzureichend, um kurzfristig eine nachhaltige Senkung der Inzidenzen herbeizuführen”, hieß es in einer Aktualisierung der Covid-Prognose. Die täglichen Corona-Neuinfektionen erreichten derweil mit mehr als 14.000 Neuansteckungen einen neuen Höchststand in Österreich, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf über 950.

Die Regierung in Wien hatte angesichts der dramatischen Corona-Lage vergangene Woche landesweit 2G-Regeln eingeführt. Seitdem haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zur Gastronomie, zu Konzerten, Sportveranstaltungen oder zum Friseur. Zwar sei eine “Reduktion der Wachstumsrate der täglichen Neuinfektionen auf hohem Niveau” beobachtet worden, die möglicherweise auf Boosterimpfungen und die 2G-Regelungen zurückzuführen sein könnten. Diese Effekte reichten aber nicht aus, vor allem nicht in den besonders stark betroffenen Regionen.

Laut Experten muss befürchtet werden, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten für Covid-Patienten in naher Zukunft an ihre Grenzen stoßen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent im Intensiv-Bereich in zwei Wochen überschritten wird, liegt bei 65 Prozent. Sie ist damit im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben – den Experten zufolge kein Indiz, das für die Wirksamkeit der 2G-Regel spricht. 

Habeck rechnet mit baldiger Überlastung der Krankenhäuser

Laut Grünen-Chef Robert Habeck lässt es sich nicht mehr vermeiden, dass die Kliniken in Deutschland in etwa zwei Wochen überlastet sein werden. “Die Infektionen sind so hoch, dass es unvermeidbar sein wird, dass in ungefähr 14 Tagen das Krankenhaussystem in Deutschland überlastet ist”, sagt er dem Sender RTL/ntv.

Ministerium: Kinder-Impfstoff wohl kurz vor Weihnachten verfügbar

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass ein Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wohl bis kurz vor Weihnachten verfügbar sein könnte. Eine mögliche Zulassung für diese Altersgruppe könne für den Impfstoff von Biontech noch im November erwartet werden, heißt es in einem Bericht des Ressorts zu den Bund-Länder-Beratungen an diesem Donnerstag.

Ein Kind wird geimpft: Bald sollen auch unter 12-Jährige eine Impfung erhalten. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Xinhua)Ein Form wird geimpft: Bald sollen auch unter 12-Jährige eine Impfung erhalten. (Symbolbild) (Quelle: Xinhua/imago photographs)

“Erstmalig verfügbar in Deutschland wird dieser Kinderimpfstoff vorbehaltlich der Zulassung voraussichtlich ab dem 20. Dezember 2021 sein.” Zuerst berichtete das Nachrichtenportal “ThePioneer” darüber.

Über die Verteilung der ersten angekündigten Lieferung von rund 2,4 Millionen Dosen will das Ministerium demnach in den kommenden Tagen mit den Ländern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pharma-Großhandel beraten. Impfungen bei Kindern sind bisher erst ab zwölf Jahren möglich. Insgesamt gibt es 9,2 Millionen Kinder unter zwölf Jahren, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.

Söder: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte wären “sinnvoll”

Zum Brechen der vierten Corona-Welle braucht es aus der Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder strengere Regeln für Ungeimpfte. Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte der CSU-Chef in der ARD-Sendung “Maischberger. Die Woche”. Bayern werde die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen.

Am Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen zur Bekämpfung der Pandemie beschließen. Söder beklagte erneut, dass die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstagnachmittag erst nach dem Gesetzesbeschluss im Bundestag zusammenkommen werde. Die Länder könnten somit anders als bei früheren Konferenzen von Bund und Ländern nicht mehr auf das Gesetzesverfahren einwirken.

Angesichts der hohen Infektionszahlen und extremen Dynamik bei den Neuansteckungen sieht Söder Weihnachtsmärkte kritisch: “Ich würde empfehlen, sie abzusagen.” Sollten sie doch stattfinden, ginge das nur mit Maskenpflicht und ohne Alkohol. Für Großveranstaltungen brauche es ferner “dringend Obergrenzen”, betonte Söder.

Novavax beantragt EU-Zulassung für seinen Corona-Impfstoff

In der Europäischen Union könnte womöglich bald ein fünfter Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kündigte am Mittwoch an, den Zulassungsantrag für das Vakzin des US-Biotechunternehmens Novavax beschleunigt prüfen zu wollen. Eine Entscheidung könnte innerhalb weniger Wochen fallen, “wenn die vorgelegten Daten ausreichend belastbar und vollständig sind, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität des Impfstoffs zu belegen.”

Es wäre der erste proteinbasierte Impfstoff gegen Covid-19, der zugelassen wird. In der entscheidenden Part-3-Studie mit 30.000 Patienten zeigte das Vakzin eine Gesamtwirksamkeit von rund 90 Prozent. Doch die angestrebte Zulassung zog sich in die Länge, da Novavax mit Produktionsproblemen zu kämpfen hatte. In den Philippinen und Indonesien hat der Impfstoff in diesem Monat eine Notfallzulassung erhalten. Bis Ende des Jahres ist der Zulassungsantrag für die USA geplant. Die EU hat sich bei dem Unternehmen bis zu 200 Millionen Dosen gesichert.
 

 
In der Europäischen Union sind bisher vier Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen, von denen zwei mRNA-Impfstoffe (Biontech und Moderna) und zwei Vektor-Impfstoffe (AstraZeneca und Johnson & Johnson) sind.

Corona-Überlastungsstufe in Sachsen erreicht

Sachsen hat die Corona-Überlastungsstufe bei seinen Krankenhausbetten offiziell erreicht. Damit gelten ab Freitag verschärfte Regeln und Kontaktbeschränkungen. Sachsen hat mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 742,2 den mit Abstand höchsten Wert aller Bundesländer.

Sachsen: Viele Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen. (Archivbild) (Quelle: imago images/xcitepress)Sachsen: Viele Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen. (Archivbild) (Quelle: xcitepress/imago photographs)

Als Überlastungsstufe sind im Freistaat 1.300 mit Corona-Patienten belegte Betten auf den Normalstationen der Krankenhäuser festgelegt. Wird der Wert an drei Tagen hintereinander erreicht, treten ab dem übernächsten Tag verschärfte Vorschriften in Kraft. Am Mittwoch wurden 1.520 belegte Betten ausgewiesen, am Dienstag waren es 1.524 und am Montag 1.391.

Von Freitag an dürfen sich somit Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer weiteren Individual treffen; Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Außerdem wird das 2G-Modell ausgeweitet: Ab Freitag haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Schwimmbädern, Saunen, Sport in Innenräumen, Friseuren, Bordellen, Spielhallen, Innengastronomie, Discos, Kosmetik- oder Tattoo-Studios sowie zu Veranstaltungen in Innenräumen.

Ab Montag sollen dann noch einmal verschärfte Regeln gelten. Die Staatsregierung will Freitag eine neue Schutzverordnung in Kraft setzen, die unter anderem 2G auf Buying ausdehnt. Davon ausgenommen sollen etwa Supermärkte oder Drogerien bleiben.

Rotes Kreuz in Bayern: Corona-Lage “so dramatisch wie nie”

Im Süden des Bundeslandes spitzt sich die Lage weiter zu. Offenbar müssen immer mehr Patienten nach Norden verlegt werden. Doch das Rote Kreuz fürchtet, dass auch dort die Plätze bald knapp werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lauterbach: Brauchen Priorisierung für Booster-Impfung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre Empfehlung für Booster-Impfungen mit einer Priorisierung zu koppeln. “Wenn wir ohne Einschränkungen den Booster für alle öffnen, legen wir die Priorisierung in die Hände der Praxen. Bei 30.000 Arztpraxen bedeutet das 30.000 unterschiedliche Priorisierungen”, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Seine Forderung für Auffrischungsimpfungen ab 18 Jahren: “Die Stiko sollte klar festlegen, welche Gruppe als nächstes dran ist.”

Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker fordert eine Impfpriorisierung auch bei Drittimpfungen. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker fordert eine Impfpriorisierung auch bei Drittimpfungen. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hatte eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt. Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage in der ZDF-Sendung “Markus Lanz” am Dienstagabend machte Mertens klar, dass die Empfehlung “bis 18” gesenkt werden könnte.

Der Vorschlag von Lauterbach lautete: “Aus meiner Sicht müssen die über 70- und 60-Jährigen priorisiert werden, dann auch die über 50-Jährigen.” Da sich der vollständige Schutz der Booster-Impfung erst nach zwei Wochen entfalte, sollten man “schnell die über 50-Jährigen impfen, um sie für die nächsten Wochen zu schützen”.

“Nicht mehr aufzuhalten”: Bremer Epidemiologe fordert kurzen Lockdown für Alle

Angesichts der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen hat sich der Bremer Wissenschaftler Hajo Zeeb für harte Maßnahmen ausgesprochen, die sowohl für Ungeimpfte als auch Geimpfte gelten müssten. Mehr dazu lesen Sie hier.

NRW: Wüst kündigt verschärfte Maßnahmen am Arbeitsplatz an

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärfte Kontrollen am Arbeitsplatz angekündigt. “Auch am Arbeitsplatz müssen wir das Schutzniveau erhöhen. Dort wird es eine 2G-Regelung geben”, sagte Wüst am Mittwoch im NRW-Landtag. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Wüst bekräftigte, sich bei den Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag zur Corona-Lage für eine flächendeckende 2G-Regelung im Freizeitbereich aussprechen zu wollen und in Bereichen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko für eine 2G-Plus-Regelung mit zusätzlichen Checks.

Schleswig-Holstein beschränkt non-public Zusammenkünfte mit Ungeimpften

Schleswig-Holstein verschärft vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Dabei werden auch Kontakte eingeschränkt: Non-public Zusammenkünfte innerhalb geschlossener Räume sind in dem Bundesland von Montag an nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig, wie die Landesregierung am Mittwoch in Kiel ankündigte.

Zudem sollen Ungeimpfte von Montag an keinen Zutritt mehr zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt erhalten. Ausnahmen gelten für Friseure und medizinische und pflegerische Dienstleistungen. Schüler müssen in dem Bundesland von Montag an im Unterricht wieder eine Maske tragen.

Auch in Baden-Württemberg gibt es verschärfte Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Mit dem Inkrafttreten der Corona-Alarmstufe sind dort seit Mittwoch Treffen nur noch für einen Haushalt und eine weitere Individual erlaubt. Ausgenommen sind davon Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sowie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Einreise für Deutsche nach Österreich eingeschränkt

Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Check vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Checks gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Grundsätzlich gilt jedoch für Deutsche eine Reisewarnung, da die Bundesregierung seit Sonntag quick ganz Österreich als Corona-Hochrisikogebiete einstuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Check davon befreien.

Wer dennoch nach Österreich will, muss strengere Kriterien laut der neuen 2,5G-Regel (Geimpft, Genesen oder PCR-Getestet) erfüllen. Impfzertifikate sind nicht mehr ein Jahr lang, sondern nur noch neun Monate gültig. Ungeimpfte Pendler müssen damaging PCR-Testergebnisse vorweisen, die nur noch für 72 Stunden gelten (bisher eine Woche). Schnelltests sind für Pendler nur noch 24 statt 48 Stunden lang gültig.

Wüst: 2G-Regel gilt für Kinder nicht

Kinder sollen in Nordrhein-Westfalen trotz der zugespitzten Corona-Lage weiterhin Zugang zu Aktivitäten im Freizeitbereich haben. Für Kinder entfalle die geplante 2G-Regel, die nicht geimpften oder genesenen Personen den Zugang verwehrt. Das sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Landtags zu den geplanten verschärften Corona-Maßnahmen. Ziel seien so wenige Einschränkungen für Kinder wie möglich, sagte er.

Wegen stark steigender Corona-Zahlen sollen in NRW im Freizeitbereich Zugangsbeschränkungen für Erwachsene eingeführt werden, die nicht geimpft oder genesen sind, hatte Wüst am Dienstag gesagt. Geplant ist die Umsetzung in der nächsten Woche.

Intensivmediziner fordern Ausgangssperre in Österreich

Aufgrund der weiter steigenden Corona-Zahlen in Österreich fordert der Verband der Intensivmediziner sowie Krankenhausärzte härtere Einschnitte wie abendliche Ausgangsbeschränkungen für alle. “Ich glaube, dass wir das brauchen”, sagte auch die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Katharina Reich, dem ORF.

Auch der grüne Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hatte die Verschärfung bereits ins Gespräch gebracht. Mit seinem jüngsten Vorstoß sorgte er für einen Krach mit Kanzler Alexander Schallenberg und seiner konservativen ÖVP, die sich gegen einen allgemeinen Lockdown stemmt.

Schlange an einem Impfzentrum in Wien: Obwohl sich mehr Menschen impfen lassen, steigt die Inzidenz. (Quelle: imago images/ Xinhua)Schlange an einem Impfzentrum in Wien: Obwohl sich mehr Menschen impfen lassen, steigt die Inzidenz. (Quelle: Xinhua/imago photographs)

Der starke Anstieg der Impfzahlen in den vergangenen Tagen hat die rasante Ausbreitung des Virus in Österreich noch nicht verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte zuletzt erstmals über 900. In Salzburg erreichte sie mit knapp 1.600 einen österreichweiten Spitzenwert. Salzburger Kliniken bereiten Triage-Verfahren vor, um zu entscheiden, welche Patienten die knappen Krankenhausbetten belegen dürfen, und welche abgewiesen werden müssen. Auch in anderen Bundesländern werden bereits manche Operationen verschoben.

Spahn: 2G-Plus effektives Mittel

Gesundheitsminister Jens Spahn sieht in einer “2G plus”-Regelung eine Möglichkeit, die Corona-Pandemie einzudämmen. Es gebe Modelle, dass ein Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Check den sogenannten R-Wert um 0,5 senken könne, sagt Spahn bei einer Veranstaltung der “Süddeutschen Zeitung”. Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte im Schnitt ansteckt.

Jens Spahn: Der geschäftsführende Gesundheitsminister wirbt für die 2G-Plus-Regel. (Quelle: Reuters/Annegret Hilse)Jens Spahn: Der geschäftsführende Gesundheitsminister wirbt für die 2G-Plus-Regel. (Quelle: Annegret Hilse/Reuters)

Liegt er wie derzeit über eins, steigt die Zahl der Corona-Fälle weiter an. Spahn kritisiert, dass die im Sommer beschlossenen 3G-Maßnahmen nicht entschlossen genug kontrolliert würden. Er lobt, dass die Ampel-Parteien den Maßnahmenkatalog im Infektionsschutzgesetz nach Kritik nachgebessert hätten. “Maßnahmen, die erst in drei oder vier Wochen wirken, helfen uns derzeit nicht”, mahnt der CDU-Politiker.

Bericht: Seehofer will Ländern mit THW helfen

Die Bundesländer müssen einem Medienbericht zufolge aus Sicht von Innenminister Horst Seehofer Technisches Hilfswerk (THW) und Katastrophenschutz anfordern. Die Länder könnten es sich nicht leisten, die Reserven und die Unterstützung des Bundes ungenutzt zu lassen, habe der CSU-Politiker vor Fachleuten seines Ministeriums erklärt, berichtet die “Bild”-Zeitung.

Horst Seehofer spricht vor der Bundespressekonferenz (Archivbild): Der Innenminister will nach einem Medienbericht das THW im Corona-Kampf einsetzen. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Horst Seehofer spricht vor der Bundespressekonferenz (Archivbild): Der Innenminister will nach einem Medienbericht das THW im Corona-Kampf einsetzen. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago photographs)

Der Katastrophenschutz solle bei der Verlegung von Intensivpatienten helfen und Zelte für cell Impfzentren stellen. Das THW solle außerdem beim Aufbau von Impfzentren, Corona-Teststationen und Hygienestationen unterstützen. Seehofer wolle an diesem Mittwoch die Länder offiziell auffordern, die Hilfen beider Organisationen in Anspruch zu nehmen. Der Bund kann formal keine Kräfte aus Eigeninitiative schicken, die Länder müssen diese anfordern.

Krankenhausgesellschaft: Ampelpläne gehen nicht weit genug

Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dringt angesichts steigender Fallzahlen auf weitergehende Corona-Maßnahmen, darunter auch die Möglichkeit für Einschränkungen für Geimpfte. “Die Ampelpläne gehen meiner Meinung nach noch nicht weit genug”, sagt Gaß dem “Handelsblatt”. Er halte es für einen Fehler, weitergehende Maßnahmen grundsätzlich auszuschließen. Dafür sei die Pandemieentwicklung zu unvorhersehbar. “Von Kontaktbeschränkungen für alle bis zu Schließungen muss der gesamte Instrumentenkasten in der vierten Welle denkbar sein, wenn eine veränderte Lage dies erfordert.”

Hausärzte wollen erst Auffrischung für weak Gruppen

Der Deutsche Hausärzteverband lehnt Auffrischungsimpfungen für alle Interessierten zum jetzigen Zeitpunkt ab. Zuerst müssten die vulnerablen Gruppen wie Menschen über 70 Jahre und chronisch Kranke die sogenannte Booster-Impfung erhalten, sagte der Verbandschef Ulrich Weigeldt der “Rheinischen Put up” (Mittwoch). “Diskussionen darüber, die ganze Bevölkerung quasi gleichzeitig ein drittes Mal zu impfen, helfen in der Impfkampagne nicht weiter.” Denn jüngere und gesündere Menschen seien in der Regel auch sechs Monate nach der zweiten Impfung intestine geschützt und könnten gegebenenfalls auch ohne Probleme etwas später die Booster-Impfung bekommen.

“Die Hektik durch eine desolate Krisenkommunikation, die auch durch die geschäftsführende Bundesregierung fortgesetzt wurde, führt nur zu unnötigem Stress in den hausärztlichen Praxen und trägt zumindest nicht zu Beschleunigung der Impfkampagne bei”, sagte Weigeldt.

Söder – Ampel wiederholt Corona-Fehler von 2020

Die Ampelparteien wiederholen nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder die Fehler der Corona-Politik aus dem Jahr 2020. “Ich bin hundertprozentig sicher, dass das nicht reicht”, sagt Söder bei der “Süddeutschen Zeitung” mit Blick auf die Reform des Infektionsschutzgesetzes. Diese werde noch 2021 nachgebessert werden müssen.

Der CSU-Chef wirft SPD, Grünen und FDP zudem vor, den Wert der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag zu schmälern. Nach den Beschlüssen im Bundestag am Donnerstag könnten die Länderchefs höchstens noch über Themen wie Obergrenzen bei Zuschauern von Fußballspielen oder das System der Krankenhausverlegungen reden.

Ampelpläne: Bis zu fünf Jahre Haft für Impfnachweis-Fälschung

Die Corona-Lage in Deutschland verschlimmert sich, jetzt wollen die künftigen Ampelkoalitionäre mit drastischen Maßnahmen gegensteuern. Ein Bereich des öffentlichen Lebens soll aber verschont bleiben. Lesen Sie den ganzen Artikel hier

Regierung rechnet mit deutlich mehr Intensivpatienten

Die Bundesregierung rechnet für die kommenden Wochen laut einem Medienbericht bundesweit mit einer deutlich höheren Zahl von Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Das berichtet das “Handelsblatt” und beruft sich auf einen vertraulichen Lagebericht des Corona-Krisenstabs von Bundesinnen- und Bundesgesundheitsministerium. Engpässe werden demnach besonders in Thüringen befürchtet. Dort könnte sich die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten bis Anfang Dezember mehr als verdreifachen, heißt es laut “Handelsblatt” in dem Bericht. Die Prognose geht demnach von einem gleichbleibenden regionalen Pandemiegeschehen aus.

Nach Stand vom 9. November sei etwa jedes fünfte Intensivbett in Thüringen mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt gewesen, hieß es. Bis zum 7. Dezember werde die Auslastung der Intensivbetten auf voraussichtlich 70 Prozent steigen. Für Bayern sagt die Prognose demnach für Anfang Dezember eine Auslastung der Intensivbetten von 56 Prozent voraus. Dahinter folgen dem Bericht zufolge Sachsen (41 Prozent), Baden-Württemberg (32 Prozent) und Brandenburg (30 Prozent).

Insgesamt werde in allen Bundesländern von einer steigenden Tendenz ausgegangen. Ausgenommen sei nur Bremen. “Bereits eine Covid-19-bedingte Auslastung über 25 Prozent kann sich in kritische Bereiche bewegen, da Intensivbetten auch für die Behandlung anderer Erkrankungen benötigt werden”, zitiert das “Handelsblatt” weiter aus dem Bericht.

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