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Pandemie – Vertraut und heat: Warum wir uns wieder die Hände reichen



Als Seehofer Merkels Hand nicht wollte

Wie tief das Ritual Handschlag für uns ist, das zeigen Situationen, die sich die meisten vor der Pandemie wohl in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen konnten. Man erinnere sich an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Innenminister Horst Seehofer. Bei einem Treffen Anfang März 2020 hob Seehofer entschuldigend abwehrend die Hände, als Merkel mit ausgestreckter Hand auf ihn zuging. Die Kanzlerin erkannte das, was neuerdings quasi ein Missgeschick battle, sofort – zog die Hand zurück und beide lachten.

Nach einigen Corona-Monaten klagte der britische Sänger Ronan Keating: “Ich fürchte, wir werden uns weniger berühren, es wird vielleicht auch weniger Wärme geben”, sagte der Popstar im Juli 2020. “Ein guter Handschlag bedeutet einfach etwas.” Und siehe da: Selbst Politiker – und sogar die britische Königin Elizabeth – gaben sich in den vergangenen Wochen schon wieder herzlich die Hand. Die Szene zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und dem britischen Premierminister Boris Johnson dürften viele aus ihrem Alltag kennen: Einer reicht die Hand, der andere bietet erstmal noch die Faust zum Gruß.

“So viel Nähe zuzulassen ist ein Risiko.”

Tatsächlich brauche der Mensch den Handschlag nicht unbedingt, wohl aber die Begrüßung quasi als Friedenszeichen, sagt die Verhaltensbiologin Imme Gerke. Und doch ist das Handgeben, was viele schon seit der Kindheit machen, essenziell: “Wir müssen mit der Geste vertraut sein, damit sie ihren beruhigenden Effekt auf uns ausübt.” Was intestine gemeint aber fremd sei, kann auf den anderen sogar bedrohlich wirken. “Deswegen kommt der Handschlag zurück. Er ist uns vertraut. Je vertrauter desto beruhigender.” Besonders in südlicheren Gefilden ist eine andere Geste besonders vertraut: das Küsschen auf die Wange. Und obwohl es noch mehr Nähe mit sich bringt, auch mit Blick auf Infektionsrisiken geradezu abenteuerlich wirkt – auch dieses Ritual ist wieder da. Die Franzosen begrüßen sich längst wieder mit “Bisous”, die Italiener entdecken langsam aber sicher ihre “Baci” wieder.

Nach zwei Jahren Abstand erscheint vielen aber auch der Händedruck als Berührung mit neuen oder losen Bekannten quick intim. Ist das nicht ganz schön viel Nähe? “Das ist genau der Punkt”, sagt die Expertin. “So viel Nähe zuzulassen ist ein Risiko. Wenn diese riskante State of affairs intestine ausgeht, empfinden wir das als sehr angenehm. So entstehen soziale Bindungen.”

Die Hand als Informationskanal

Für den einen oder anderen ist es etwas zu viel Nähe – vor allem nach zwei Jahren grübeln über Viren, Ansteckungen und Abstand. Diejenigen, die das Händeschütteln “jetzt befremdlich finden, haben es entweder schon immer befremdlich gefunden, das aber in der täglichen Routine überspielt – oder sind sich der Notwendigkeit und der Funktion der Begrüßung nicht bewusst”, sagt Gerke. Denjenigen rät die Verhaltensbiologin, sich eine andere Type der Begrüßung auszusuchen und diese so lange zu üben – rund 30 Mal allein vorm Spiegel – bis sie sich vertraut anfühlt.

Auch wenn die Bedürfnisse unterschiedlich sind – so ganz ohne Anfassen geht es wohl für niemanden. “Wir eignen uns die Umwelt durch Körperkontakt an”, erklärt Martin Grunwald. Intestine zu beobachten sei das zum Beispiel bei Neugeborenen: “Jeder will ein Child auf den Arm nehmen. So wird es in der Familie, in der Gesellschaft aufgenommen.” Sich gegenseitig die Hand zu geben sei immer auch ein Informationskanal, sagt Grunwald. “Da spüre ich die Spannung, die Verfassung des anderen.”



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Written by Newsplaneta

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