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++ Ukraine-Krieg im Newsblog ++ Ex-Botschafter: Putin will Flüchtlingswelle auslösen


Der russische Gaskonzern Gazprom hatte nach Angaben von Gasum mitgeteilt, dass ab sechs Uhr MESZ am Samstagmorgen kein Fuel mehr fließen werde. Grund sei, dass Gasum es abgelehnt habe, Rechnungen wie von Gazprom gefordert künftig in Rubel zu bezahlen. Man habe sich jedoch sorgfältig auf eine solche Lage vorbereitet und sei in der Lage, alle Kunden in den nächsten Monaten weiter zu beliefern, so Gasum.

Ex-Nato-Chef fordert “deutsche Führung”

5.20 Uhr: Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat den zurückhaltenden Kurs der Bundesregierung angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kritisiert. Deutschland sei “zu zögerlich bei der Lieferung schwerer Waffen und bei der Verhängung von Sanktionen”, sagte Rasmussen dem “Handelsblatt”. “Natürlich ist Deutschland in hohem Maße von russischen Gasimporten abhängig, doch ich denke, eine klare Haltung der Bundesregierung würde die gesamte Dynamik in der Ukraine verändern. Wir brauchen deutsche Führung.”

Bericht: Konvoi darf Saporischschja passieren

2 Uhr: Russische Truppen haben offenbar einem Konvoi aus Privatfahrzeugen erlaubt, einen Kontrollpunkt nahe der Stadt Saporischschja zu passieren. Er battle nach Angaben von Dmytro Orlow, Bürgermeister der Gemeinde Energodar, drei Tage lang blockiert worden. Das meldet die Nachrichtenagentur U24 auf Twitter.

Historiker: Scholz zeigt Putin seine Angst

1.50 Uhr: Der Militärhistoriker Sönke Neitzel hat die Warnungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor einer Eskalation des russischen Kriegs in der Ukraine als “außenpolitisch unklug, ja riskant” kritisiert. “Scholz zeigt Putin seine Angst”, sagte der Potsdamer Professor für Militärgeschichte der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). “Das fördert das Bild eines schwachen Westens. Genau das hat dazu beigetragen, dass Putin den Krieg überhaupt gewagt hat.”

Das Überleben der Ukraine hänge von den USA ab. “Wenn sich die Ukraine auf Deutschland und die EU verlassen hätte, wäre sie jetzt russisch. Das muss man schonungslos so aussprechen”, sagte Neitzel.

Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Ein Historiker wirft ihm Ängstlichkeit vor.
Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Ein Historiker wirft ihm Ängstlichkeit vor. (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)

Kreditwürdigkeit der Ukraine sinkt weiter

0.10 Uhr: Die Ratingagentur Moody’s drückt ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit der Ukraine noch tiefer in den Ramsch-Bereich. Die Bonitätsnote werde auf “Caa3” von zuvor “Caa2” bei negativem Ausblick zurückgenommen, teilte Moody’s mit. Es droht somit eine weitere Herabstufung. Grund seien die zunehmenden Auswirkungen des russischen Einmarsches auf das Land.

Selenskyj schlägt Entschädigungsfonds vor

0 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Fonds für Entschädigungszahlungen an Länder ins Gespräch gebracht, die etwa unter russischen Angriffen leiden. Gemeinsam mit anderen Partnerländern müsse ein Mechanismus entwickelt werden, “damit jeder, der unter Russlands Handeln gelitten hat, eine Entschädigung für alle Verluste erhalten kann”, sagte das Staatsoberhaupt in einer in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Videoansprache. Das könne in einem “multilateralen Abkommen” geregelt werden.

Bericht: London will Moldau Waffen liefern

23.30 Uhr: Großbritannien will einem Medienbericht zufolge der Republik Moldau moderne Waffen liefern, um Russland von einem möglichen Angriff abzuschrecken. Das schreibt die Zeitung “The Telegraph” unter Berufung auf die britische Außenministerin Liz Truss. Die Verteidigungswaffen, die Moldau erhalten sollen, müssten dem Nato-Commonplace entsprechen.

Russische Rakete soll Kulturzentrum zerstört haben

23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich gemacht. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Form verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. “Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert”, meinte Selenskyj. Solche Angriffe seien eine “absolute Dummheit” und “Boshaftigkeit”. Selenskyj veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigte. Danach battle eine riesige Rauchwolke zu sehen.

Russland meldet vollständige Einnahme von Stahlwerk in Mariupol

20.58 Uhr: In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Asowstal ergeben. Die Industriezone und die Stadt seien damit vollständig unter russischer Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitagabend mit. Es seien insgesamt 2.439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen. Das Werk battle das letzte Stück der strategisch wichtigen Stadt im Südosten der Ukraine, das noch nicht komplett unter russische Kontrolle gewesen battle. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schach-Weltmeister Kasparow als “ausländischer Agent” eingestuft

20.51 Uhr: Russland hat den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow und den Kremlkritiker Michail Chodorkowski als “ausländische Agenten” eingestuft. Sie seien auf die entsprechende Liste des Justizministeriums in Moskau gesetzt worden, meldete die Staatsagentur Tass am Freitagabend. Beide seien an politischen Aktivitäten beteiligt und dabei von der Ukraine und den USA finanziert worden, teilte das Ministerium zur Begründung mit.

Viele Nichtregierungsorganisationen und Medien sind in Russland als “ausländischer Agent” eingestuft, was sie als Stigmatisierung kritisieren. Kasparow hatte zuletzt den russischen Staatschef Wladimir Putin persönlich für den Krieg gegen die Ukraine kritisiert. Die russischen Behörden waren wiederholt gegen die Organisationen des im Ausland lebenden früheren Oligarchen Chodorkowski vorgegangen.

Borrell: Russland attackiert gezielt Lebensmittelproduktion

18.49 Uhr: Russland geht laut dem EU-Außenbeauftragen Josep Borrell mit militärischen Aktionen gezielt gegen die Lebensmittelproduktion in der Ukraine vor. “Russische Truppen bombardieren ukrainische Felder, verhindern die Aussaat, plündern Lebensmittelvorräte, blockieren ukrainische Häfen und erhöhen so die Preise für Lebensmittel und Düngemittel”, sagte Borrell am Freitag in Brüssel. Die Lebensmittelversorgung sei vor allem wegen Russlands Invasion in der Ukraine in Gefahr.

Borrell widersprach zudem Behauptungen aus Russland, die EU-Sanktionen gegen Moskau seien in erster Linie für die Preissteigerungen verantwortlich: “Dies ist eine falsche Behauptung Russlands.” Es sei der Krieg selbst, der diese Nahrungsmittelkrise und ihre hohen Preissteigerungen verursache, sagte er. Die EU-Sanktionen richteten sich nicht gegen Lebensmittel und nicht gegen Düngemittel. Die EU verhindere auch keine russischen Exporte in diesen Bereichen.

Putin zeichnet mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus

16.23 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den 2016 getöteten Separatistenführer und mutmaßlichen Kriegsverbrecher Arsen Pawlow mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Ein Erlass über die posthume Verleihung wurde am Freitag in Russlands offizieller Gesetz-Datenbank veröffentlicht. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty Worldwide hatte dem bei einem Sprengstoffanschlag getöteten Pawlow vorgeworfen, während des Konflikts in der Ostukraine unter dem Namen “Motorola” mindestens einen ukrainischen Kriegsgefangenen getötet zu haben.

Pawlow selbst gab vor Journalisten damit an, mindestens 15 gefangene ukrainische Soldaten erschossen zu haben. Der Mann ging Medien zufolge im April 2014 in die ostukrainische Area Donbass, um einer Strafverfolgung wegen Autodiebstahls und Trunkenheit am Steuer in Russland zu entgehen. Dort galt er als einer der gefährlichsten und blutigsten Milizenführer bei den prorussischen Aufständen.

“Für Putin ist das eine große Propaganda-Bombe”

13.59 Uhr: Zu wenige Soldaten, verlustreiche Gegenangriffe der Ukraine: Die russische Armee kommt im Angriffskrieg kaum voran. Präsident Putin braucht neue Truppen, wenn er nicht verlieren will. Kommt doch die Mobilmachung in Russland? Lesen Sie hier das Interview.

Ukrainische Kämpfer in Mariupol: “Das battle’s”

13.36 Uhr: Man habe den Befehl erhalten, die Verteidigung einzustellen, sagt der Kommandeur des Asow-Regiments in einer Videobotschaft. Die wochenlange Belagerung Mariupols scheint damit vorüber. Hier lesen Sie mehr dazu.

Moskau: Vollständige Eroberung der Area Luhansk “quick abgeschlossen”

12.48 Uhr: Russland hat die ukrainische Area Luhansk nach eigenen Angaben quick vollständig unter seine Kontrolle gebracht. “Die Befreiung der Volksrepublik Luhansk ist quick abgeschlossen”, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Freitag bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung mit Vertretern seines Ministeriums und des Militärs.

Moskau hatte die prorussischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine kurz vor dem Beginn des russischen Militäreinsatzes im Nachbarland am 24. Februar als eigenständig anerkannt. Teile der Regionen stehen bereits seit 2014 unter der Kontrolle prorussischer Kräfte.

In der Area Luhansk werden inzwischen nur noch die durch einen Fluss getrennten Städte Sewerodonezk und Lysytschansk von der Ukraine kontrolliert. Beide Orte wurden von der russischen Armee eingekreist.

Russland stellt Gaslieferung nach Finnland am Samstagmorgen ein

12.13 Uhr: Russland stellt am Samstag seine Erdgaslieferungen an das Nachbarland Finnland ein. Der finnische Energiekonzern Gasum teilte am Freitag mit, es sei “höchst bedauerlich”, dass die vertraglich vereinbarten Lieferungen nun ausgesetzt würden. Auf diese State of affairs sei das Unternehmen aber vorbereitet, sodass es nicht zu Versorgungsproblemen kommen werde.

Russland kündigt Bau neuer Militärbasen im Westen des Landes gegen Nato an

11.57 Uhr: Als Antwort auf die Ausweitung der Nato will Russland im Westen des Landes zwölf neue Militärstützpunkte errichten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte am Freitag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen: “Bis Ende des Jahres werden zwölf Militärbasen und Einheiten im westlichen Militärbezirk eingerichtet.”

Schoigu prangerte demnach “die Zunahme der militärischen Bedrohungen an den russischen Grenzen” an und beschuldigte die USA und die Nato. In dieser Woche hatten Finnland und Schweden ihren Beitritt zur Nato beantragt. Schoigu sprach den Angaben zufolge vor ranghohen Vertretern seines Ministeriums und des Militärs.

Geflohene aus Butscha: “Mein Mann wurde vor meinen Augen erschossen”

11.06 Uhr: Hanna Polonska ist der Hölle von Butscha entkommen. In der Stadt meuchelten Putins Truppen Hunderte Zivilisten. Polonska verlor ihren Mann und ihr ungeborenes Form. Besonders an Deutschland richtet sie einen eindringlichen Appell. Hier lesen Sie das Interview.

Bild aus glücklichen Zeiten: Hanna Polonska mit ihrem Ehemann Anton Polonskyj und Hund Mia. Anton ist tot, Hanna noch immer schwer verletzt.
Bild aus glücklichen Zeiten: Hanna Polonska mit ihrem Ehemann Anton Polonskyj und Hund Mia. Anton ist tot, Hanna noch immer schwer verletzt. (Quelle: Privat/t-online)

Großbritannien: Russland riskiert weitere Zermürbung seiner Streitkräfte

9.36 Uhr: Nach den Gefechten in Mariupol riskiert Moskau nach Einschätzung britischer Geheimdienste eine weitere Zermürbung seiner Streitkräfte. Der ukrainische Widerstand in der Hafenstadt Mariupol habe die russischen Truppen enorm geschwächt, hieß es am Freitagmorgen in einem Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Der Wiederaufbau und die Neuausstattung der Streitkräfte könne sich, wenn man ihn sorgfältig durchführe, länger hinziehen, so die Briten. Da russische Kommandeure jedoch stark unter Druck stünden, sichtbare Erfolge zu erreichen, sei es wahrscheinlich, dass Moskau seine Truppen ohne angemessene Vorbereitung in seine Offensive in der Donbass-Area schicke. Dies riskiere, die Soldaten weiter zu zermürben.

Ukrainische Ex-Ministerpräsidentin: EU-Wunsch Grund für russische Aggression

8.29 Uhr: Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sieht im Wunsch ihres Landes nach einem EU-Beitritt den Grund für den russischen Angriffskrieg. “Wir sind das einzige Land, das heute mit dem Leben seiner Bürger und mit seinem Blut für den Wunsch bezahlt, in die europäische Heimat zurückzukehren”, sagte sie der “Augsburger Allgemeinen” (Freitagsausgabe). “Es handelt sich ja nicht um ein neues Ziel der Ukrainer. Sie bekunden schon lange klar ihren Willen, wieder Teil Europas zu werden. Das ist der Grund, warum Putin den Krieg begonnen hat.”

Timoschenko battle zweimal Regierungschefin der Ukraine. Bekannt wurde sie 2004 worldwide – damals noch mit geflochtenem Haarkranz – als Gesicht der prowestlichen Orangenen Revolution. Timoschenko saß auch bereits zweimal im Gefängnis. Die Politikerin trat 2019 zum dritten Mal bei der Präsidentenwahl in der Ukraine an, unterlag aber bereits im ersten Wahlgang.

Sie wisse um die Probleme in ihrem Land. “Ich akzeptiere, dass wir die Korruption bekämpfen müssen, aber ich protestiere, wenn sie als Vorwand angeführt wird, um dem Kandidatenstatus kein grünes Licht zu geben”, sagte die 61-Jährige. Die Schaffung einer neuen politischen Gemeinschaft, in der die Ukraine einen Platz finden könne, lehnte Timoschenko in dem Zeitungsinterview ab: “Wir wollen keinen Ersatz. Wir wollen nicht, dass für die Ukraine ein spezielles europäisches Getto geschaffen wird”, sagte sie. “Der Second ist gekommen, sich dem Kreml und dessen Erpressung entgegenzustellen. Das ist eine Wahl zwischen den Werten und dem Preis, den man bereit ist zu bezahlen. Es ist an der Zeit zu beweisen, dass das ganze Gerede über Werte wahrhaftig ist.”

Ukrainisches Militär meldet weitere schwere Gefechte im Donbass

7.35 Uhr: Im Osten der Ukraine laufen weiter schwere Gefechte um die Donbass-Area. “Der Gegner führt eine Offensive im Raum Lyssytschansk und Sjewjerodonezk durch”, meldete der ukrainische Generalstab am Freitag in seinem Lagebericht. Nach Angaben aus Kiew konnten die ukrainischen Truppen den Angriff auf Sjewjerodonezk abwehren; in dem Vorort Toschkiwka werde weiter gekämpft.

Wenige Kilometer weiter südlich an der Gebietsgrenze zwischen Luhansk und Donezk gibt es demnach Kämpfe um die Ortschaften Wyskrywa und Olexandropillja etwa zehn Kilometer östlich der Kleinstadt Bachmut. Diese gilt als ein weiteres strategisches Zwischenziel der russischen Angriffe. Erfolge hätten die russischen Offensivbemühungen hier genauso wenig erzielt wie die anhaltenden Sturmversuche in Awdijiwka und Kurachowe, heißt es in dem Lagebericht. Insgesamt seien 14 Attacken in den Gebieten Donezk und Luhansk abgewehrt worden.

Im Gebiet Charkiw, wo die Ukrainer in den letzten Wochen zur Gegenoffensive übergegangen sind, konnte Kiew keine weiteren Gebietsgewinne vermelden. Die Russen konzentrierten sich hier auf die Verteidigung ihrer Frontlinie. Kämpfe gebe es um die Ortschaften Ternowa und Wesele, heißt es. Von unabhängiger Seite konnten die Berichte nicht überprüft werden.

Zerstörungen im Donbass: Die schweren Kämpfe halten an.
Zerstörungen im Donbass: Die schweren Kämpfe halten an. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)

Ukraine wirft Russland Behinderung der Flucht von Zivilisten vor

7.08 Uhr: Im Gebiet Saporischschja im Süden der Ukraine behindern die russischen Besatzungstruppen angeblich die Flucht von Zivilisten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet. “Derzeit befinden sich in der Stadt Wassyliwka vor dem russischen Checkpoint mehr als 1.000 Fahrzeuge, die nicht auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet gelassen werden”, sagte die Vizechefin der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Slata Nekrassowa, der Nachrichtenagentur Ukrinform am Donnerstagabend. In sozialen Netzwerken sind inzwischen auch entsprechende Movies aufgetaucht.

In den Autos seien auch viele Frauen und Kinder. Beamte ihrer Verwaltung hätten daher veranlasst, den Flüchtlingen Wasser und Proviant zu liefern, erklärte Nekrassowa. Die Ukraine hat den russischen Truppen in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, Zivilisten in den besetzten Gebieten an der Flucht zu hindern und sie teilweise gewaltsam nach Russland zu verschleppen.

Tagesanbruch: Die Schlinge zieht sich zu

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Die wichtigsten Ereignisse der Nacht

6 Uhr: In einem Video meldet sich einer der Asow-Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol zu Wort. Die USA beschließen ein Rekord-Hilfspaket für die Ukraine. Präsident Selenskyj spricht von der “Hölle im Donbass”. Lesen Sie hier mehr.

Eine zerstörte Fabrik in der Donbass-Region (Archivbild): Der ukrainische Präsident spricht von einer dramatischen Situation in dem Gebiet.
Eine zerstörte Fabrik in der Donbass-Area (Archivbild): Der ukrainische Präsident spricht von einer dramatischen State of affairs in dem Gebiet. (Quelle: Alexander Reka/imago-images-bilder)

USA fordern Ende der Hafen-Blockade

2.30 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken appelliert vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an Russland, die Blockade der ukrainischen Häfen zu beenden, damit Lebensmittel ausgeführt werden könnten. “Die Lebensmittelversorgung von Millionen von Ukrainern und Millionen weiterer Menschen auf der ganzen Welt ist buchstäblich in Geiselhaft genommen worden”, sagt er. Ein hochrangiger Beamter in Moskau weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Russen seien “keine Idioten” und würden keine Lebensmittel exportieren, solange gegen sie strenge Sanktionen verhängt seien.

Seperatisten wollen ukrainische SS-21-Rakete abgeschossen haben

1.35 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria haben Truppen der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk eine ukrainische Rakete des Typs SS-21 (auch als Tochka-U bezeichnet) abgeschossen. Sie soll auf die Stadt Debaltseve abgefeuert worden sein. Die Stadt hat wegen ihres Bahnknotenpunktes eine strategisch wichtige Bedeutung. Im Januar 2015 hatte es bereits erbitterte Gefechte zwischen von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Truppen gegeben.

Ukrainischer Basic meldet erfolgreiche Gegenangriffe

1.25 Uhr: Der ranghöchste Militärvertreter der Ukraine hat sich nach Angaben des US-Senders CNN mit Vertretern der Nato getroffen und sich optimistisch über den Kriegsverlauf gezeigt. “Heute verteidigen wir uns nicht nur. Wir haben eine Reihe erfolgreicher Gegenangriffe durchgeführt”, wird Basic Valeriy Zaluzhny, Oberbefehlshaber des ukrainischen Generalstabs, zitiert. Ukrainische Streitkräfte hätten die Belagerung von Charkiw und Mykolajiw entsperrt und kämpften in Richtung Cherson, sagte er.

Melnyk: “Eindruck, Scholz will Waffen nicht liefern”

1.10 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut eine zögerliche Haltung bei der Lieferung schwerer Waffen vorgeworfen. “Wir haben den Eindruck, dass der Kanzler nicht liefern will”, sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag). Auf die Frage, ob Deutschland auf Zeit spiele, antwortete Melnyk dem Bericht zufolge: “Es sieht so aus. Man kann den Eindruck gewinnen, dass man abwartet, bis es zu einer Waffenruhe kommt. Dann ist der Druck von Deutschland weg und dann brauchen auch keine mutigen Entscheidungen mehr getroffen werden.”

US-Senat billigt Rekord-Hilfspaket für Ukraine

1 Uhr: Das nächste große Milliarden-Hilfspaket aus den USA für die Ukraine ist beschlossene Sache. Intestine eine Woche nach dem Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag auch die andere Kongresskammer, der Senat, mit großer Mehrheit das Paket mit einem Volumen von quick 40 Milliarden Greenback (38 Milliarden Euro). 86 Senatoren sowohl von Demokraten als auch von Republikanern stimmten für den Gesetzentwurf, 11 Senatoren dagegen. Die Gegenstimmen kamen komplett aus den Reihen der Republikaner. Auch im Repräsentantenhaus battle zuvor eine große Mehrheit zustande gekommen. US-Präsident Joe Biden muss das Gesetzespaket noch unterzeichnen.

Asow-Kämpfer kündigt geheime Operation in Stahlwerk an

0.15 Uhr: Russland hatte zuletzt erklärt, dass sich aus dem Asow-Stahlwerk mehr als 1.700 ukrainische Kämpfer ergeben haben. Nun hat sich ein Kommandeur des Asow-Regiments zu Wort gemeldet – und von einem geheimen Plan gesprochen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bildschirmfoto des Videos, das Swjatoslaw Palamar angeblich aus dem Aswo-Stahlwerk geschickt hat.
Bildschirmfoto des Movies, das Swjatoslaw Palamar angeblich aus dem Asow-Stahlwerk geschickt hat. (Quelle: Telegram)

Selenskyj: Östliche Donbass-Area komplett zerstört

0 Uhr: Russische Streitkräfte haben nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die östliche Donbass-Area komplett zerstört. In seiner nächtlichen Videobotschaft warf Selenskyj Moskau vor, während der Intensivierung der Offensive sinnlos zu bombardieren. “Im Donbass versuchen die Besetzer noch mehr Druck auszuüben. Es ist die Hölle dort – das ist ist keine Übertreibung”, ergänzt Selenskyj.

Ein Anbau eines Hauses im Donbass steht in Flammen (Archivbild): Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten ist die Region komplett zerstört..
Ein Anbau eines Hauses im Donbass steht in Flammen (Archivbild): Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten ist die Area komplett zerstört.. (Quelle: Alexander Reka/TASS/imago-images-bilder)

19. März

Krieg kostet Ukraine jeden Monat Milliarden

23.55 Uhr: Für die Ukraine bedeutet der russische Angriffskrieg nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj jeden Monat ein Haushaltsloch von etwa fünf Milliarden US-Greenback (4,8 Milliarden Euro). Das sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag in Kiew. “Um im Krieg um die Freiheit bestehen zu können, brauchen wir schnelle und ausreichende finanzielle Unterstützung”, sagte er.

Die ausländischen Accomplice der Ukraine sollten Hilfen nicht als Ausgaben oder Geschenke sehen. “Das ist ihr Beitrag zu ihrer eigenen Sicherheit.” Die Ukraine schützt andere Länder vor dem Krieg. Gemeinsam müsse Sorge getragen werden, dass Russland mit seiner Aggression keinen Erfolg habe.

Von der Leyen will Ukraine-Hilfe an Reformen binden

23.45 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, künftige Wiederaufbauhilfen für die Ukraine angesichts des EU-Beitrittswunsches des Landes an Reformen zu koppeln. “Wir werden sowieso den Wiederaufbau der Ukraine mitfinanzieren müssen”, sagte von der Leyen am Donnerstag in der ZDF-Sendung “maybrit illner”. Dann sei es ihrer Ansicht nach sinnvoll zu sagen: “Ja zu Investitionen, aber gleich mit den notwendigen Reformen, zum Beispiel gegen Korruption oder zum Beispiel für den Aufbau der Rechtsstaatlichkeit. Das will die Ukraine auch, ich habe das heute Morgen noch einmal mit Präsident Selenskyj besprochen.”

230.000 Kinder aus der Ukraine nach Russland verbracht

22.30 Uhr: Aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine sind seit Beginn der Gefechte 1,36 Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Mehr als 230.000 von ihnen seien Kinder, teilte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit. Die Menschen seien aus ukrainischen Gebieten wie aus den Separatistenrepubliken Donezk und Luhansk in Sicherheit gebracht worden.

Generalstabschefs der USA und Russland telefonieren

22 Uhr: Nach quick drei Monaten Krieg haben die Generalstabschefs der USA und Russlands ein Gespräch zur Lage in der Ukraine geführt. Auf Initiative Washingtons hätten der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow und sein US-Kollege Mark Milley bei dem Telefonat über Fragen von gegenseitigem Interesse gesprochen, darunter die State of affairs in der Ukraine, teilte am Donnerstag das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Particulars wurden nicht genannt.

Sanktionen sollen besser durchgesetzt werden – Bundestag stimmt neuem Gesetz zu

21.38 Uhr: Der Bundestag hat am Donnerstag unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine ein erstes Gesetz zur besseren Durchsetzung von Sanktionen beschlossen. Vorgesehen ist, die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden zu intensivieren. So sollen sie besser an bereits anderswo vorliegende Informationen kommen. Ihre Zuständigkeiten werden zudem erweitert. Es soll auch bessere Möglichkeiten zur Ermittlung und Sicherstellung von Vermögensgegenständen geben. Unter Androhung von Bußgeldern und bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe sollen sanktionierte Personen ihr Vermögen offenlegen müssen.

Für das Gesetz stimmten am Abend die Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP. Unterstützung kam auch von der Linken. Die Union lehnte das Gesetz ab, die AfD enthielt sich.

42.000 Nato-Soldaten und 120 Flugzeuge in hoher Alarmbereitschaft

21.13 Uhr: Nach Angaben des Oberbefehlshabers der Nato-Streitkräfte in Europa sind derzeit mehr als 42.000 Soldaten und 120 Kampfflugzeuge unter seinem Kommando in hoher Alarmbereitschaft. Seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine habe man in allen Bereichen und in allen Regionen reagiert, um die Alliierten zu schützen, sagte US-Basic Tod Wolters am Donnerstagabend nach einem Treffen der Generalstabschefs der 30 Nato-Staaten. Die Zahl der Nato-Landstreitkräfte sei verzehnfacht worden, die Zahl der Kampflugzeuge, die den Luftraum überwachten, sei um 50 Prozent gestiegen.

Für die Abschreckung und Verteidigung auf See stehen nach Angaben von Wolters mehr als 20 Schiffe unter seinem Kommando. Die ständigen Marineverbände der Nato seien aufgefüllt worden, sagte er.

Der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses betonte nach den Beratungen die Bedeutung von schnellen Entscheidungen in der aktuellen State of affairs. “Eines können wir mit Sicherheit sagen: Die Zeit ist nicht mehr unser Freund”, sagte Admiral Rob Bauer. “Da wir ein defensives Bündnis sind, ist es in hohem Maße unser Gegner, der den Zeitplan bestimmt, und das heißt: Wir müssen immer bereit sein, das Unerwartete zu erwarten.”

US-Soldaten beim Kampftraining in Bayern: In Europa halten sich Zehntausende Soldaten für den Notfall bereit.
US-Soldaten beim Kampftraining in Bayern: In Europa halten sich Zehntausende Soldaten für den Notfall bereit. (Quelle: ZUMA / US Military/imago-images-bilder)

Ukraine: Lebenslängliche Haft wegen Kriegsverbrechen gefordert

20.05 Uhr: Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecher-Prozess hat die Staatsanwaltschaft lebenslängliche Haft für einen angeklagten russischen Soldaten wegen Ermordung eines unbewaffneten Zivilisten gefordert. Die staatliche Anklage sehe den Tatbestand des Kriegsverbrechens und des Mordes erfüllt, berichteten örtliche Medien am Donnerstag aus dem Gericht. Am Vortag hatte der 21 Jahre alte Verdächtige die Tat zum Prozessauftakt gestanden und beschrieben. “Dort battle ein Mann, der per Telefon redete. Fähnrich Makejew befahl zu schießen”, führte der Soldat aus. Nach einer ersten Weigerung habe er einen kurzen Feuerstoß aus seinem Sturmgewehr abgegeben.

Das 62-jährige Opfer wurde wenige Meter von seinem Haus im Dorf Tschupachiwka getötet. Die mit einem gestohlenen Fahrzeug in Richtung Russland fahrende Gruppe aus fünf Soldaten hatte dem Geständnis zufolge befürchtet, an die ukrainischen Streitkräfte verraten zu werden.

Die Witwe des Opfers hatte ebenfalls lebenslängliche Haft für den Soldaten gefordert. “Doch wenn er gegen einen von unseren Mariupoler Verteidigern ausgetauscht wird, dann bin ich nicht dagegen”, sagte sie vor Gericht. Aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol haben sich Hunderte ukrainische Kämpfer in russische Gefangenschaft begeben.

Ukraine: Russischer Beschuss auf Wohnhäuser in Sjewjerodonezk –Tote

20.03 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind bei russischem Artilleriebeschuss nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Mehr als 40 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Hajdaj zufolge sind Wohngebäude gezielt beschossen worden. Truppen der russischen Armee und der Luhansker Separatisten greifen die Stadt mit dem Sitz der Gebietsverwaltung von mehreren Seiten an.

Scholz zu drohender Ernährungskrise: “Verantwortung dafür trägt allein Russland”

19.42 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die russische Führung für die weltweit drohende Ernährungskrise verantwortlich gemacht. “Neben den schrecklichen Folgen, die dieser Krieg in der Ukraine und für die Ukraine bedeutet, droht nun auch noch die Gefahr einer schweren Ernährungskrise, besonders im globalen Süden”, sagte Scholz am Donnerstag nach einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte in Den Haag.

Bundeskanzler Olaf Scholz: Der SPD-Politiker forderte Russland erneut dazu auf, den Krieg zu beenden.
Bundeskanzler Olaf Scholz: Der SPD-Politiker forderte Russland erneut dazu auf, den Krieg zu beenden. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

“Um es klar zu sagen: Die Verantwortung dafür trägt allein Russland durch seine Aggression und dadurch, dass die Handelswege für den Getreideexport aus der Ukraine gegenwärtig blockiert sind.” Deswegen habe Deutschland gemeinsam mit seinen G7-Partnern nun das Bündnis für globale Ernährungssicherheit ins Leben gerufen.

Dieses Bündnis sei “offen für alle, die nicht tatenlos hinnehmen wollen, dass die Ärmsten der Welt den Preis für die russische Aggression zahlen müssen”. Der Kanzler forderte einmal mehr den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, den Angriffskrieg auf die Ukraine zu beenden, “einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen” und seine Truppen zurückzuziehen. “Das Töten muss ein Ende haben”, sagte Scholz.

Nato-Chef zu Norderweiterung: “Ich bin zuversichtlich”

19.40 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist trotz des einstweiligen Vetos der Türkei von einer raschen Aufnahme Schwedens und Finnlands in das Militärbündnis überzeugt. “Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer schnellen Entscheidung kommen, Finnland und Schweden in der Nato-Familie willkommen zu heißen”, sagte Stoltenberg am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen.

Der Nato-Chef betonte aber auch: “Die Sicherheitsinteressen und Bedenken aller Bündnispartner müssen berücksichtigt werden.” Die Nato habe eine lange Custom dafür, trotz unterschiedlicher Standpunkte zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Auch in dem Fall, dass die Türkei die Aufnahme Schwedens weiter blockiere, werde es kein separates Verfahren für Finnland geben, so Stoltenberg. “Schweden und Finnland haben sich gemeinsam beworben. Wir behandeln das als ein gesammeltes Verfahren.”

Deutschland sagt Ukraine weitere Finanzhilfe zu

19.38 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere Finanzhilfen zugesagt. “Ich habe für Deutschland gerade in der Sitzung erklärt, dass wir uns beteiligen wollen in der Größenordnung von einer Milliarde Euro”, sagte Finanzminister Christian Lindner am Donnerstag am Rande des Treffens der sieben führenden Industrienationen (G7) auf dem Petersberg bei Bonn. Es seien Zuschüsse, die anders als Kredite nicht zurückgezahlt werden müssen. Im Haushalt für 2022, dessen letzte Particulars gerade im Bundestag verhandelt werden, wird die Mehrausgabe umgehend berücksichtigt, ohne dass die Neuverschuldung dadurch weiter steigt.

Insgesamt braucht die von Russland angegriffene Ukraine für die nächsten drei Monate in etwa 15 Milliarden Euro beziehungsweise Greenback. Lindner sagte, die Hälfte davon hätten die USA bereits angeboten. Er rechne mit weiteren Zuwendungen.

G7 wollen Ukraine bei Wiederaufbau des Gesundheitssystems helfen

14.35 Uhr: Die Gesundheits- und Entwicklungsminister der sieben führenden Industriestaaten (G7) haben die russischen Angriffe auf Krankenhäuser in der Ukraine verurteilt und Unterstützung beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems zugesagt. Die Bombardierung von Gesundheitseinrichtungen sei eine “barbarische Aktion gegen die Menschlichkeit”, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag nach ersten Gesprächen der G7-Entwicklungs- und Gesundheitsminister in Berlin. Die Ukraine benötige nicht nur Waffen, sondern auch Krankenhäuser und medizinische Versorgung.

Die Ukraine müsse beim Wiederaufbau ihres sehr stark beschädigten Gesundheitssystems unterstützt werden, sagte Lauterbach mit Verweis auf beschädigte Krankenhäuser und nicht mehr vorhandene Arztpraxen. Das ukrainische Gesundheitsministerium habe unter anderem um Unterstützung beim Aufbau von Zentren zur Traumabekämpfung sowie um die Lieferung von Prothesen gebeten. Durch den russischen Angriffskrieg hätten auch viele Kinder Gliedmaßen verloren, sagte Lauterbach.

Russland weist fünf portugiesische Diplomaten aus

14.00 Uhr: Als Reaktion auf die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten aus Portugal hat Russland seinerseits die Ausweisung von fünf portugiesischen Diplomaten beschlossen. Der portugiesische Botschafter sei am Donnerstag einbestellt worden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dort sei ihm der Protest gegen die “provozierende Entscheidung” der portugiesischen Regierung zur Ausweisung der russischen Diplomaten überbracht worden.

Die Regierung in Lissabon erklärte, die Entscheidung Russlands könne nur als “Vergeltungsmaßnahme” verstanden werden. “Anders als die aus Portugal ausgewiesenen russischen Diplomaten übten die portugiesischen Diplomaten ausschließlich diplomatische Tätigkeiten in Übereinstimmung mit der Wiener Konvention aus”, hieß es. Am Mittwoch hatte Moskau bereits die Ausweisung von 34 französischen, 27 spanischen und 24 italienischen Diplomaten angekündigt. Mehr dazu lesen sie hier.

Polen: Würden Finnland und Schweden verteidigen

13.00 Uhr: Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat den Nato-Beitrittskandidaten Finnland und Schweden die militärische Unterstützung seines Landes zugesichert, das berichtet “Politico”. “Ich möchte klarstellen, dass Polen Schweden und Finnland im Falle eines Angriffs während ihres Beitrittsprozesses zu Hilfe kommen wird”, sagte Morawiecki am Donnerstag auf einer Konferenz in Warschau, die vom Assume-Tank “Polnisches Institut für Internationale Beziehungen” ausgerichtet wurde. Die Beitrittspläne Schwedens und Finnlands betrachte er als “bedeutende Stärkung von Frieden und Sicherheit in Europa und als eine ernsthafte Niederlage des Kremls”, so Morawiecki.

Mateusz Morawiecki: Im Falle eines russischen Angriffes im Zuge der Nato-Beitrittsverhandlungen sicherte der polnische Ministerpräsident Schweden und Finnland Unterstützung zu.
Mateusz Morawiecki: Im Falle eines russischen Angriffes im Zuge der Nato-Beitrittsverhandlungen sicherte der polnische Ministerpräsident Schweden und Finnland Unterstützung zu. (Quelle: NurPhoto/imago-images-bilder)

Der polnische Premier sprach sich außerdem für die permanente Stationierung von Nato-Einheiten in den Ländern an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses aus. “Polen ist bereit, solche Stützpunkte zu errichten, auf denen leichte Truppen dauerhaft stationiert werden könnten”, sagte Morawiecki.

Ukrainischer Außenminister beklagt “zweitklassige Behandlung”

12.05 Uhr: Die ukrainische Regierung hat eine klare EU-Beitrittsperspektive gefordert und die “strategische Zweideutigkeit” mancher EU-Länder in dem Prozess kritisiert. Außenminister Dmytro Kuleba beklagte am Donnerstag im On-line-Dienst Twitter eine “zweitklassige Behandlung” durch “bestimmte” EU-Länder. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor in einer Rede im Bundestag Erwartungen gedämpft, dass die Ukraine einen schnelleren EU-Beitrittsprozess durchlaufen könnte.

“Die von einigen EU-Hauptstädten in den letzten Jahren praktizierte strategische Zweideutigkeit zur europäischen Perspektive der Ukraine ist gescheitert und muss beendet werden”, erklärte hingegen Kuleba. Diese Haltung habe lediglich Russlands Präsident Wladimir Putin gestärkt und die “Gefühle der Ukrainer verletzt”.

Die Ukraine hatte den EU-Beitritt kurz nach dem russischen Einmarsch in ihr Land beantragt. Die EU-Kommission will ihre offizielle Stellungnahme dazu voraussichtlich im Juni abgeben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vergangene Woche jedoch gesagt, das Verfahren für den EU-Beitritt könne “Jahrzehnte” dauern. Stattdessen schlug er die Schaffung einer “europäischen politischen Gemeinschaft” für die Ukraine und andere beitrittswillige Länder vor.

Moskau: 1.730 ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk haben sich “ergeben”

10.06 Uhr: Erneut haben ukrainische Kämpfer laut russischen Angaben das umkämpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Google Russland geht das Geld aus

9.50 Uhr: Seit Monaten steht Google in Russland unter Druck. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, nachdem Behörden das Bankkonto des Suchmaschinenbetreibers gesperrt haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

London: Kommandeur der russischen Schwarzmeer-Flotte entlassen

9.35 Uhr: Der Kommandeur der russischen Schwarzmeer-Flotte, Igor Ossipow, ist nach Informationen der britischen Geheimdienste seines Postens enthoben worden. Dies teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag auf Twitter mit. Die Schwarzmeer-Flotte hatte Mitte April ihr Flaggschiff “Moskwa” verloren – nach ukrainischer Darstellung durch Beschuss mit zwei Raketen.

Zudem wurde nach britischen Angaben der russische Generalleutnant Sergej Kissel nach erfolglosen Angriffen in der Area Charkiw abgelöst. Von russischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Bundeswehr fliegt erneut kriegsverletzte Ukrainer nach Deutschland

9.23 Uhr: Die Bundeswehr fliegt erneut kriegsverletzte Ukrainer aus Polen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Dazu startete am Donnerstag das Spezialflugzeug A310 MedEvac in Köln, wie die Luftwaffe auf Twitter mitteilte. Bisher seien 111 Patienten über diesen Weg ausgeflogen worden. Der A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Luftwaffe. Verletzte werden in der Luft von Sanitätssoldaten weiterbehandelt. Die Patienten sollten diesmal nach Norddeutschland gebracht werden und in Hamburg landen.

Lindner stellt Ukraine weitere Hilfen in Aussicht

8.38 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) stellt der Ukraine vor dem G7-Treffen in Bonn weitere Hilfen in Aussicht. Das von Russland angegriffene Land brauche eine signifikante Größenordnung. Deutschland gehe nicht unvorbereitet in die Beratungen. Er werde in Kürze eine konkrete Zahl nennen. Die neue Hilfe solle noch in die Bereinigungssitzung im Bundestag zum Haushalt 2022 eingebracht werden. Hier wird spätestens in der Nacht zu Freitag mit einem Ergebnis gerechnet.

Japan verdoppelt Finanzhilfe für die Ukraine

07.53 Uhr: Die japanische Regierung will ihre bereits zugesagten Hilfen für die Ukraine auf 600 Millionen Greenback verdoppeln. “Unser Land steht zur Ukraine”, sagte Ministerpräsident Fumio Kishida. Beim Gipfeltreffen zwischen den USA und Japan in der kommenden Woche und einem Treffen der Quad-Gruppe mit Australien und Indien werde Japan seine grundlegende Haltung betonen, die Ukraine zusammen mit anderen Nationen zu unterstützen.

Russische Grenzregion Kursk wirft Ukraine Beschuss vor

07.14 Uhr: Der Gouverneur der westrussischen Area Kursk hat der Ukraine den Beschuss einer grenznahen Ortschaft vorgeworfen. Dabei sei in der Nacht zum Donnerstag im Dorf Tjotkino ein Zivilist getötet worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtendienst Telegram. Zudem seien mehrere Häuser beschädigt worden. Tjotkino soll russischen Angaben zufolge bereits am Mittwoch angegriffen worden sein. Auch die ebenfalls grenznahe Area Belgorod hatte Beschuss gemeldet. Die Ukraine äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht.

Ukraine will alle Sowjetdenkmäler abbauen

5.20 Uhr: Denkmäler in der Ukraine, die an die Sowjetunion erinnern, sollen abgebaut, aber nicht zerstört werden. Anton Drobovich, Leiter des ukrainischen Instituts für nationales Gedächtnis, sagte in einem Interview mit Segodnya At this time, dass er die Regierungsentscheidung teile, Erinnerungsstücke an Russland zu entfernen. Das könne aber nicht an einem Tag geschehen. Man solle Statuen in Museen überführen, so wie es mit Symbolen der Naziherrschaft geschehen sei.

Ukraine hält offenbar russische Truppen im Süden in Schach

4.55 Uhr: Das südliche Operationskommando der Ukraine berichtet auf Fb, dass die russischen Truppen entlang der Frontlinie keinen Durchbruch erzielt haben. Dafür habe man mindestens 20 Soldaten, zwei selbstfahrende Artillerieeinheiten und gepanzerte Fahrzeuge verloren. Die Angaben können nicht unabhängig bestätigt werden.

Berichte über tote Zivilisten in Donezk

3.55 Uhr: Laut dem Regionalgouverneur Pavlo Kirilenko haben russische Soldaten zehn Zivilisten in der Area Donezk getötet. Das geht aus einem Beitrag auf seiner Facebookseite hervor. Unter den Toten sollen auch zwei Kinder sein.

Senat bestätigt US-Botschafterin für die Ukraine

3.30 Uhr: Nach der Ankündigung der USA, ihre Botschaft in Kiew wiedereröffnen zu wollen, hat der Senat die Karrierediplomatin Bridget Brink für den Posten der Botschafterin für die Ukraine bestätigt. Die Kongresskammer stimmte der Personalie am Mittwoch (Ortszeit) in Washington zu. Zuvor hatte das Außenministerium mitgeteilt, dass die wegen des russischen Angriffskriegs geschlossene US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt ihren Betrieb wieder aufnimmt. Die US-Diplomaten hatten ihre Botschaft in Kiew zwei Wochen vor Kriegsausbruch verlassen. Sie gingen – teils mit Stopp in der westukrainischen Stadt Lwiw – nach Polen.

Widersprüchliche Darstellungen von Angriff auf russischen Zug

3 Uhr: Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj widerspricht der Darstellung ukrainischer Reservisten, sie hätten mit einem Sprengsatz direkt unter einem Waggon einen gepanzerten Zug mit russischen Truppen an Bord in einem besetzten Teil der Ukraine in die Luft gesprengt. “Die Reservisten haben ihn getroffen, obwohl sie den gepanzerten Zug selbst nicht in die Luft gesprengt haben”, sagt Olexij Arestowitsch in einem Video in den sozialen Medien.

Es seien die Gleise vor dem Zug gesprengt worden. Die Russen seien “glimpflich davongekommen”. Der Vorfall zeige aber, dass der ukrainische Widerstand die russischen Streitkräfte massiv behindere. Zum Ausmaß der Schäden werden keine Angaben gemacht. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums liegt nicht vor.

Melnyk: Kanzleramt ist “Bremser” bei Waffenlieferungen

1.30 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hält einen Nato-Beitritt seines Landes für ebenso schnell umsetzbar wie den von Finnland und Schweden. “Klar ist: Wir wollen schnell in die Nato.”, sagte Melnyk den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Mehr dazu lesen Sie hier.

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bei einer Ausstellung (Archivbild): Er fordert einen Beitritt der Ukraine zur Nato.
Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bei einer Ausstellung (Archivbild): Er fordert einen Beitritt der Ukraine zur Nato. (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

Ukraine sagt Opfern russischer Besatzung Hilfe zu

0.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat allen Opfern der russischen Besatzung in seinem Land besondere Hilfen des Staates zugesagt. Er habe ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner abendlichen Videoansprache. Particulars nannte er nicht. Die Hilfe gelte auch für “alle Gefangenen des Kreml”, wie er sich ausdrückte, auf der Krim oder im russisch besetzten Teil des Donbass.

Selenskyj erinnerte dabei an den 18. Mai 1944, einen wichtigen Gedenktag in der Ukraine. Damals hatte der Sowjetdiktator Josef Stalin die Krimtataren deportieren lassen – wegen angeblicher Kollaboration mit der deutschen Besatzung. Bei der Annexion durch Russland 2014 habe eine zweite Welle “alles Freie auf der Halbinsel Krim” zerstört, sagte der Präsident.

USA glauben an Zustimmung der Türkei zur Nato-Erweiterung

0.40 Uhr: Die US-Regierung hat sich optimistisch gezeigt, dass der Widerstand der Türkei gegen einen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden überwunden werden kann. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Mittwoch, er sei “zuversichtlich”, dass auf die “Sorgen der Türkei” eingegangen werden könne und dass die beiden nordischen Länder letztlich dem westlichen Verteidigungsbündnis beitreten könnten. “Wir haben ein sehr gutes Gefühl, wo das hinführen wird”. Hier lesen Sie mehr.

Selenskyj bereitet Ukrainer auf längeren Krieg vor

0 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereitet die Bevölkerung seines von Russland angegriffenen Landes auf einen längeren Krieg vor. In seiner Videoansprache vom Mittwochabend machte er den Menschen in den russisch besetzten Gebieten im Süden Hoffnung, dass die Ukraine sie befreien werde. “Cherson, Melitopol, Berdjansk, Enerhodar, Mariupol und alle unsere Städte und Gemeinden, die unter Besatzung, unter vorübergehender Besatzung sind, sollen wissen, dass die Ukraine zurückkehren wird”, sagte er.

Wie lange dies dauern werde, hänge von der Lage auf dem Schlachtfeld ab. “Wir versuchen es so schnell wie möglich. Wir sind verpflichtet, die Besatzer zu vertreiben und der Ukraine echte Sicherheit zu garantieren”, sagte er in Kiew. Zuvor hatte er das Kriegsrecht um weitere 90 Tage verlängert.

Baerbock: “Russland hat einen Kornkrieg begonnen”

22.13 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat Russland vorgeworfen, die Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine als Kriegswaffe einzusetzen. “Russland hat einen Kornkrieg begonnen, der eine globale Nahrungsmittelkrise angefacht hat”, sagte Baerbock (Grüne) am Mittwoch während eines Außenministertreffens bei den Vereinten Nationen in New York. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ukraine: Beschuss von russischem Gebiet in Sumy und Tschernihiw

21.14 Uhr: Russische Truppen haben nach Kiewer Angaben am Mittwoch von russischem Staatsgebiet aus die nordostukrainischen Gebiete Sumy und Tschernihiw beschossen. Der ukrainische Grenzschutz berichtete von sieben Angriffen mit schweren Maschinengewehren, automatischen Granatwerfern, Rohr- und Raketenartillerie. Die grenznahe Stadt Schostka im Gebiet Sumy sei über eine Stunde lang mit Mörsern beschossen worden. Opfer habe es aber nicht gegeben. Die Berichte waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Russischer Soldat belädt einen Mörser: Die Stadt Schostka soll mit solchen Waffen beschossen worden sein.
Russischer Soldat belädt einen Mörser: Die Stadt Schostka soll mit solchen Waffen beschossen worden sein. (Quelle: Russian Defence Ministry/TASS/imago-images-bilder)

Ukrainische Armee vermeldet Gebietsgewinn bei Charkiw

20.06 Uhr: Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben nach einen weiteren Gebietsgewinn bei der ostukrainischen Metropole Charkiw gemacht. Aufgrund eines Vorstoßes sei nördlich der Millionenstadt die Ortschaft Dementijiwka befreit worden, teilte der Generalstab am Mittwoch bei Fb mit. Das Dorf liegt etwa acht Kilometer von der russischen Grenze entfernt. In den letzten Wochen hatte die ukrainische Armee die russischen Truppen im Norden und Nordosten Charkiws immer weiter zurückgedrängt. Allerdings soll das russische Militär bei Ternowa nordöstlich von Charkiw einen Gegenangriff versuchen.

An der Grenze zum Donezker Gebiet in der Ostukraine würde zudem um die Ortschaft Dowhenke etwa 25 Kilometer vor Slowjansk gekämpft. Schwere Kämpfe gebe es dazu weiter bei Lyman, Bachmut, Awdijiwka und bei Sjewjerodonezk im benachbarten Luhansker Gebiet. Die russischen Truppen würden durch schwere Bombardements der Luftwaffe an verschiedenen Abschnitten unterstützt. Gebietsgewinne hätten diese jedoch nicht erzielt.

US-Botschaft in Kiew nimmt Betrieb wieder auf

19.51 Uhr: Die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschlossene US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nimmt ihren Betrieb wieder auf. Man habe zusätzliche Maßnahmen für die Sicherheit der nach Kiew zurückkehrenden Kolleginnen und Kollegen ergriffen, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch mit. Die US-Flagge auf dem Gebäude sei gehisst worden.

Ukraine: Gepanzerter russischer Zug gesprengt

19.49 Uhr: Ukrainische Reservisten haben nach eigenen Angaben mit einem Sprengsatz einen gepanzerten russischen Zug in einem besetzten Teil der Ukraine angegriffen. Er sei direkt unter einem Waggon mit russischen Truppen detoniert, teilt die ukrainische Territorialverteidigung auf Fb mit. Der Angriff sei in Melitopol in der Area Saporischschja erfolgt. Zum Ausmaß der Schäden werden keine Angaben gemacht. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums liegt nicht vor.

Russland erhebt Anspruch auf Gebiet Saporischschja

19.12 Uhr: Russland will das teilweise eroberte Gebiet Saporischschja in der Südostukraine künftig fest an sich binden. “Ich denke, die Perspektive der Area liegt darin, in unserer einträchtigen russischen Familie zu arbeiten”, sagte der russische Vize-Regierungschef Marat Chusnullin laut der Nachrichtenagentur RBK bei einem Besuch in der vom russischen Militär besetzten Kleinstadt Melitopol. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst wird nach wie vor von ukrainischen Truppen kontrolliert.

Er sei gekommen, um bei der Integration des Gebiets “maximale Hilfe” zu leisten, sagte Chusnullin. Das Gebiet könne bei der Versorgung Russlands mit Baumaterialien helfen, da diese im Land fehlten, meinte der Regierungsbeamte. Zugleich sagte er, das Anfang März von russischen Truppen eroberte Atomkraftwerk von Saporischschja – das leistungsstärkste in ganz Europa – solle die Ukraine künftig nur mit Strom versorgen, wenn diese dafür bezahle.

Chusnullin hatte schon am Montag bei einem Besuch im westlich von Saporischschja gelegenen Gebiet Cherson Ansprüche auf diese Area erhoben. Der Kreml hingegen hat bislang als Kriegsziel offiziell nur die “Befreiung” der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk ausgegeben. Allerdings hatte ein russischer Befehlshaber vor einigen Wochen Pläne der Moskauer Militärs offengelegt, sich die gesamte Südukraine einzuverleiben – womit Russland etwa eine Landverbindung zur 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hätte.

Selenskyj will das Kriegsrecht verlängern

18.33 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will das wegen der russischen Invasion verhängte Kriegsrecht und die angeordnete Mobilmachung um drei Monate verlängern lassen. Die entsprechenden Gesetzentwürfe wurden am Mittwoch veröffentlicht. Nach der als sicher geltenden Bestätigung durch die Abgeordneten gilt der Kriegszustand damit bis zum 23. August. Einen Tag später feiert die Ukraine traditionell ihren Unabhängigkeitstag.

Selenskyj hatte den Kriegszustand erstmals am 24. Februar – einige Stunden nach Russlands Angriff – verhängen und anschließend zwei Mal um jeweils 30 Tage verlängern lassen. Die Generalmobilmachung hingegen galt sofort für 90 Tage. Die Dauer des Kriegszustands sehen viele Experten als einen Indikator dafür, für wie lange sich Kiew derzeit noch auf mögliche Kämpfe einstellt.

Google reicht Insolvenzantrag in Russland ein

18.20 Uhr: Russische Behörden haben das Bankkonto von Google Russland gesperrt. Das mache die Arbeit des russischen Büros unmöglich, erklärte ein Google-Sprecher. Daher habe Google einen Insolvenzantrag angekündigt.

Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte Russland die Daumenschrauben bei den US-Technologiekonzernen angezogen. Die Google-Nachrichtenseite wurde gesperrt, die zum US-Konzern Meta gehörenden Plattformen Fb und Instagram wurden von einem russischen Gericht verboten.

Separatisten: Noch rund tausend ukrainische Soldaten im Asow-Stahlwerk

18.00 Uhr: Im belagerten Stahlwerk der ukrainischen Hafenstadt Mariupol halten sich nach Angaben pro-russischer Separatisten noch intestine tausend ukrainische Soldaten auf, darunter auch deren Kommandeure. Anfangs seien mehr als 2.000 Kämpfer auf dem Gelände des Asow-Stahlwerks gewesen, sagte der Separatistenführer Denis Puschilin aus der selbsternannten Volksrepublik Donezk am Mittwoch im Mariupol. Da sich seit Montag mehr als 900 ukrainische Soldaten ergeben hätten, seien nun noch “etwas mehr als die Hälfte” in dem Werk.

“Kommandeure und ranghohe Kämpfer des Asow-Regiments sind bisher nicht herausgekommen”, sagte der Separatistenführer, der bei einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Pressereise nach Mariupol mit Journalisten sprach. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

EU-Kommission erwägt Beschlagnahmung russischer Vermögen

16.29 Uhr: Die EU-Kommission erwägt Kreisen zufolge bei einem Wiederaufbau der Ukraine auch sanktionierte russische Vermögenswerte einzubeziehen. An einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage werde gearbeitet, hieß es am Mittwoch in Kreisen der Brüsseler Behörde. Betroffen wären einerseits eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen und andererseits auch Einlagen der russischen Zentralbank in der Europäischen Union. Allerdings sei für eine Beschlagnahmung eine Rechtsgrundlage erforderlich.

Die Rechtslage in den Mitgliedstaaten sei aber derzeit noch sehr unterschiedlich. Es brauche dafür eine europaweite auch strafrechtlich wasserfeste Linie, hieß es in den Kreisen. In Italien seien die Möglichkeiten einer Enteignung wegen der dort geltenden Mafia-Gesetze einfacher als in anderen Mitgliedstaaten, hieß es. Auch in Deutschland gebe es Beispiele etwa in der Bekämpfung der Clan-Kriminalität. Grundlage dafür sei aber ein entsprechendes Gerichtsurteil. Nach einer Enteignung müsse zudem die rechtliche Grundlage geschaffen werden, um das Geld der Ukraine zuführen zu können.

Die russische Zentralbank hat demnach Einlagen im Volumen von 300 Milliarden Euro in den EU-Staaten. Bei den Vermögenswerten der Oligarchen sei die Summe sehr viel geringer und entspreche allenfalls einem zweistelligen Milliardenbetrag.

Russland räumt Schwierigkeiten ein – Kadyrow spricht von Fehlern

16.23 Uhr: Russland hat in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Schwierigkeiten und Fehler eingeräumt, aber eine Fortsetzung der Kämpfe angekündigt. “Trotz aller Schwierigkeiten wird die militärische Spezialoperation bis zum Ende fortgeführt”, sagte der stellvertretende Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Raschid Nurgalijew, am Mittwoch. Trotz der Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine laufe die Operation weiter. Es würden alle “Aufgaben – darunter die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung sowie der Schutz der Donezker und Luhansker Volksrepubliken – komplett umgesetzt”, sagte der frühere Innenminister.

Ein ausgebrannter russischer Panzer vor einem zerstörten Wohnhaus in dem Dorf Mala Rogan, östlich von Charkiw: Russland gestand nun ein, dass es Schwierigkeiten in der sogenannten Spezialoperation gebe.
Ein ausgebrannter russischer Panzer vor einem zerstörten Wohnhaus in dem Dorf Mala Rogan, östlich von Charkiw: Russland gestand nun ein, dass es Schwierigkeiten in der sogenannten Spezialoperation gebe. (Quelle: Aziz Karimov/SOPA Photographs by way of ZUMA Press Wire/dpa-bilder)

Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow, sprach sogar von “Fehlern” zum Begin des am 24. Februar begonnen Krieges gegen die Ukraine. “Am Anfang gab es Fehler, einige Unzulänglichkeiten gab es, aber jetzt läuft alles hundertprozentig nach Plan”, sagte Kadyrow auf einem politischen Discussion board. Die von Präsident Wladimir Putin gestellten Aufgaben würden in vollem Umfang erfüllt.

Kadyrows Truppen kämpfen demnach in den ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk. Er sagte, dass sich rund 200 weitere Freiwillige für den Einsatz in der Ukraine gemeldet hätten. Die tschetschenischen Kämpfer, die etwa auch in Syrien im Einsatz waren, sind berüchtigt für ihre Brutalität.

Ringtausch für die Ukraine: Deutschland liefert Tschechien schwere Waffen

16.15 Uhr: Tschechien liefert schwere Waffen in die Ukraine, Deutschland will die entstehende Lücke schließen. Jetzt steht fest, wie der sogenannte Ringtausch konkret ablaufen soll. Hier lesen Sie mehr.

Gouverneur von russischer Grenzregion wirft Ukraine Beschuss vor

15.21 Uhr: Der Gouverneur der westrussischen Area Belgorod hat der Ukraine erneut den Beschuss einer Ortschaft unweit der Grenze vorgeworfen. Dabei sei ein junger Mann verletzt worden, teilte Wjatscheslaw Gladkow am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Mann werde medizinisch behandelt, sei aber nicht in Lebensgefahr. Gladkows Aussagen zufolge wurden zudem sechs Wohnhäuser, ein Auto und eine Starkstromleitung beschädigt.

Der Ort Solochi liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. In der vergangenen Woche wurde Solochi nach russischen Angaben schon einmal beschossen. Damals kam bei dem Angriff demnach ein 18-jähriger Mann ums Leben, sieben weitere Menschen wurden verletzt.

Menschenrechtsorganisation sieht russische Kriegsverbrechen als erwiesen an

15.10 Uhr: Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht es als erwiesen an, dass russische Truppen in der Nordostukraine Kriegsverbrechen begangen haben. Die Menschenrechtler fanden nach eigenen Angaben an 17 Orten Belege für Tötungen, rechtswidrige Haft unter unmenschlichen Verhältnissen, Folter und Vermisstenfälle.

“Die zahlreichen Gräueltaten der russischen Truppen, die zu Beginn des Krieges Teile der Nordostukraine besetzten, sind abscheulich, rechtswidrig und grausam”, sagte der für Europa und Zentralasien zuständige Direktor der Organisation, Giorgi Gogia, laut einer Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Berichts. Er forderte sofortige Untersuchungen und Gerichtsverfahren.

Für den Bericht wurden insgesamt 65 Überlebende, Familienmitglieder und andere Zeugen zwischen dem 10. April und dem 10. Mai befragt. Menschen seien wegen des Besitzes von funktionierenden Handys, alter Militäruniformen oder wegen des Verdachts, beim ukrainischen Militär gewesen zu sein, erschossen worden. Vor ihrem Abzug hätten russische Soldaten vor allem Männer teils willkürlich getötet. Es sei selbst auf spielende Kinder geschossen worden. Festgenommene mussten demnach auf engstem Raum in kalten Kellern teils ohne Nahrung ausharren. Eimer dienten als Toiletten. Die überlebenden Opfer beschrieben dabei Folter mit Elektroschockern und Scheinexekutionen.

Beginn des ersten Kriegsverbrecherprozesses gegen russischen Soldaten in der Ukraine

13.42 Uhr: In der Ukraine hat am Mittwoch der erste Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Soldaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar begonnen. Der 21-jährige Wadim Schischimarin muss sich vor einem Bezirksgericht in der Hauptstadt Kiew verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 28. Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka aus einem gestohlenen Auto heraus einen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben.

Schischimarin droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mordes. Nach Angaben seines Anwalts gab er die Tötung des 62-Jährigen zu.

Die Ukraine wirft der russischen Armee vor, seit Kriegsbeginn zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Wegen mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen im Ukraine-Krieg ermittelt auch der Internationale Strafgerichtshof (IStGH).

Von der Leyen stellt Ukraine bis zu neun Milliarden Euro Soforthilfe in Aussicht

13.02 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine eine Soforthilfe von bis zu neun Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Sie schlage eine “neue einmalige Makrofinanzhilfe für die Ukraine von bis zu neun Milliarden Euro” in diesem Jahr vor, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Die Mittel sollen dazu beitragen, den akuten Finanzbedarf des Landes im russischen Angriffskrieg zu decken.

Daneben müsse die Europäische Union der Ukraine aber auch mittelfristig beim Wiederaufbau zur Seite stehen, sagte von der Leyen weiter. Daran hätten die Europäer ein “strategisches Interesse”, betonte sie. Nach Angaben aus EU-Kreisen soll die Unterstützung in Type von zinsvergünstigten Darlehen fließen. Die Finanzmittel für die Ukraine bedürfen grundsätzlich der Zustimmung der EU-Staaten.

Entwicklungsministerin: Putin setzt Starvation als Waffe ein

11.50 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat die führenden westlichen Industrienationen (G7) zu gemeinsamen Anstrengungen gegen Hungersnöte als Folge des Kriegs in der Ukraine aufgerufen. “Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit über die Ukraine hinaus”, erklärte Schulze am Mittwoch bei einem Treffen der G7-Entwicklungsminister in Berlin. “Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Starvation gezielt als Waffe einsetzt. Dem müssen wir ein neues Bündnis für globale Ernährungssicherheit entgegensetzen, das wir bei diesem Treffen beschließen wollen.”

Die Entwicklungsminister der G7-Staaten beraten bis Donnerstag über aktuelle Herausforderungen von der Ernährungskrise über den Klimawandel bis hin zum Wiederaufbau einer freien Ukraine, die auch ein weltweit wichtiger Exporteur von Getreide ist. Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal wird virtuell an der Sitzung teilnehmen. Schulze hat auch das diesjährige G20-Vorsitz-Land Indonesien sowie Indien, Senegal und den Leiter des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Achim Steiner, und Weltbank-Direktor David Malpass eingeladen.

KfW genehmigt Ukraine weiteren Kredit

10.55 Uhr: Die Ukraine erhält einen weiteren Kredit von der staatlichen Förderbank KfW über 150 Millionen Euro. Das Geld solle eingesetzt werden, um die Bürger zu unterstützen und die Infrastruktur wiederaufzubauen, sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal nach einer Regierungssitzung am Dienstag. Zuvor hatte die Ukraine von der KfW Anfang April ebenfalls 150 Millionen Euro als letzte Tranche einen Kredits der Bundesregierung von insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 bekommen.

Der neue Kredit habe eine Laufzeit von 15 Jahren, und die Rückzahlungen müssten erst nach fünf Jahren beginnen, sagte Schmyhal. Insgesamt habe die Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar finanzielle Unterstützung von mehr als fünf Milliarden Greenback (aktuell rund 4,8 Mrd Euro) erhalten.

Russland: 959 ukrainische Soldaten haben Asow-Stahlwerk verlassen

10.02 Uhr: Seit Montag haben nach Angaben Moskaus 959 ukrainische Soldaten das belagerte Asow-Stahlwerk im ukrainischen Mariupol verlassen, 649 davon in den vergangenen 24 Stunden. Sie hätten sich “ergeben”, so ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

80 Soldaten seien verletzt, 53 davon schwer. Die Verwundeten würden im Krankenhaus Nowoasowsk in der selbsternannten “Volksrepublik Donezk” behandelt.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Von ukrainischen Behörden liegt derzeit keine Stellungnahme vor.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol. (Quelle: Alexey Kudenko/dpa-bilder)

Briten: Russland hat Probleme mit Nachschub

9.21 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben britischen Erkenntnissen zufolge bei ihrem Krieg gegen die Ukraine erhebliche Probleme beim Nachschub und der Truppenverstärkung. So müsse Russland viele Hilfstruppen einsetzen, um den ukrainischen Widerstand zu brechen, darunter Tausende Kämpfer aus der autonomen Teilrepublik Tschetschenien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit. “Der Kampfeinsatz so unterschiedlichen Personals zeigt die erheblichen Ressourcenprobleme Russlands in der Ukraine und trägt wahrscheinlich zu einem uneinheitlichen Kommando bei, das die russischen Operationen weiterhin behindert.”

Obwohl russische Truppen die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol mehr als zehn Wochen eingekreist hatten, habe heftiger ukrainischer Widerstand eine vollständige russische Kontrolle verhindert. Dies habe zu Frust und hohen Verlusten der russischen Streitkräfte geführt, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Die tschetschenischen Kräfte würden vornehmlich um die umkämpfte Hafenstadt Mariupol sowie im ostukrainischen Gebiet Luhansk eingesetzt. Sie bestünden wahrscheinlich sowohl aus Freiwilligen als auch aus Einheiten der Nationalgarde, die ansonsten zum Schutz der Herrschaft von Machthaber Ramsan Kadyrow dienen.

Schweden und Finnland haben offiziell Nato-Mitgliedschaft beantragt

8.05 Uhr: Schweden und Finnland haben am Mittwochmorgen offiziell ihre Aufnahme in die Nato beantragt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bürgermeister: Lwiw unter häufigem russischem Raketenbeschuss

6.53 Uhr: In der Westukraine an der Grenze zu Polen hat der Bürgermeister von Lwiw (Lemberg), Andrij Sadowyj, einen ständigen Beschuss mit russischen Raketen beklagt. In der Stadt gebe es sehr viele internationale Organisationen, die dadurch verunsichert werden sollten, sagte Sadowyj im ukrainischen Fernsehen, wie die Agentur Unian am Mittwoch meldete. Russland habe es nicht nur auf die militärische Infrastruktur abgesehen, sondern wolle durch den Beschuss permanente Anspannung auslösen. “Aber wenn man rechtzeitig auf den Luftalarm reagiert und in den Schutzbunker geht, dann ist es ungefährlich”, sagte er. Die Altstadt von Lwiw gehört zum Welterbe der Unesco.

Die Menschen hätten am Stadtrand die Raketen sehen und sehr laute Explosionen hören können, sagte Andrij Sadowyj. Schäden in Lwiw selbst habe es aber nicht gegeben. Die Menschen hätten praktisch die ganze Nacht zum Dienstag in Luftschutzbunkern verbringen müssen. Im Gebiet Jaworiw in der Nähe von Lwiw sei ein Stück Bahninfrastruktur durch Raketentrümmer beschädigt worden.

Russischer Gouverneur berichtet von ukrainischen Angriffen

5.30 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wurde bei einem ukrainischen Angriff am Dienstag eine Individual im Dorf Bezymeno in der südlichen russischen Area Belgorod verwundet.

Der Gouverneur der Area, Wjatscheslaw Gladkow, berief sich auf Meldungen eines Bürgermeisters. “Der Leiter der Gemeinde Graivoronsky, Gennady Bondarev, hat gerade über den Beschuss des Dorfes Bezymeno aus der Ukraine berichtet. Eine Individual wurde leicht verwundet”, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Laut Gladkov wurden mehrere Gebäude beschädigt.

Weitere russische Angriffe – die Nacht im Überblick

Strack-Zimmermann fordert Waffenhilfe-Koordinator

5 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat Forderungen nach einem Chef-Supervisor für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine bekräftigt. Sie plädiere dafür, dass schnell ein Sonderkoordinator im Kanzleramt alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Militär an einen Tisch bringe, sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Bisher habe die ukrainische Regierung ihre Anfragen an den unterschiedlichsten Stellen platziert. “Das führte auch zu unglücklichen Missverständnissen, die wir in dieser State of affairs nicht verantworten können und wollen”, sagte Strack-Zimmermann.

Selenskyj nennt Gespräch mit Scholz “recht produktiv”

4.30 Uhr: Nach Spannungen im Verhältnis zwischen Kiew und Berlin hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als “recht produktiv” bezeichnet.

Man habe unter anderem über militärische Unterstützung für die Ukraine gesprochen, teilte Selenskyj in der Nacht zum Mittwoch in seiner täglichen Videoansprache mit. Er habe Scholz über die aktuelle militärische Lage und ihre mögliche künftige Entwicklung informiert, sagte der Präsident. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kreml-Gesandter will Cherson in die russische Familie aufnehmen

4.20 Uhr: Der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Marat Khusnullin, hat die Area Cherson besucht. Er sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria, dass sie “ihren rechtmäßigen Platz in der russischen Familie” einnehmen werde. Khusnullin befindet sich zu einem Arbeitsbesuch in dem von Russland besetzten Gebiet. Zuvor hatte der von Russland eingesetzte stellvertretende Verwaltungsleiter der Area, Kirill Stremousow, Präsident Putin gebeten, Cherson in die Föderation aufzunehmen.

Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Region in die Föderation aufnehmen.
Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Area in die Föderation aufnehmen. (Quelle: Ivan Rodionov/imago-images-bilder)

Größter Flugzeugbesitzer verlor 113 Jets an Russland

4 Uhr: Die Firma AerCap Holdings, der weltweit größte Besitzer von Verkehrs- und Privatflugzeugen, hat 113 Flugzeuge verloren, weil sie von Russland beschlagnahmt wurden. Das berichtet der US-Sender CNN. Russland hatte als Antwort auf westliche Sanktionen ausländische Flugzeuge verstaatlicht. Auch elf Düsentriebwerke, die AerCap gehörten, sind jetzt in russischem Besitz. Das Unternehmen meldete deshalb einen Verlust von zwei Milliarden Greenback statt des geplanten Gewinns von 500 Millionen Greenback.

Google-Aufnahmen zeigen Panorama der Zerstörung

3.15 Uhr: Der Suchmaschinenanbieter Google hat einige seiner Fotos aus der Ukraine aktualisiert. In der sogenannten Streetview-Ansicht ist jetzt an ausgewählten Plätzen das ganze Ausmaß der Zerstörung zu sehen. So kann man in Butscha über den Parkplatz eines Einkaufszentrums schauen. In Irpin zeigt eine 360-Grad-Luftaufnahme ein zerstörtes Militärhospital und die Schäden an umliegenden Gebäuden.

Gasversorger finden Zahlungsweg

2 Uhr: Mehrere europäische Gasversorger sind zuversichtlich, einen sowohl für die EU als auch Moskau akzeptablen Zahlungsmechanismus für russisches Fuel gefunden zu haben. Der italienische Energiekonzern Eni erklärte am Dienstag, das Unternehmen werde “in den kommenden Tagen” bei der Gazprombank ein Konto in Euro und eines in Rubel eröffnen. So könne Eni in Euro zahlen, die russische Financial institution nehme dann die Umrechnung in Rubel vor. Ein Sprecher von EnBW sagte, der neue Mechanismus “stehe”, man können in Euro bezahlen, dann werden seitens der Financial institution umgetauscht.

Ukraine: Russland sichert Stellungen im Süden

1.15 Uhr: Dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zufolge graben sich die russischen Streitkräfte im Süden und Osten seines Landes ein. “Russland bereitet sich auf eine längerfristige Militäroperation vor”, sagte er vor den Verteidigungsministern der Europäischen Union (EU) und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag. Demnach verstärken die russischen Truppen derzeit ihre Positionen in den von ihnen besetzten Gebieten in den Regionen Saporischschja und Cherson, um “bei Bedarf in den Defensivmodus zu wechseln”.

Ein russischer Soldaten lädt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im Süden des Landes ein.
Ein russischer Soldaten lädt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im Süden des Landes ein. (Quelle: Russian Defence Ministry)

Selenskyj zieht in Cannes Charlie-Chaplin-Vergleich

0.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Dienstagabend per Videoschalte an die Gäste des Filmfestivals in Cannes gewandt. In einer Rede während der Eröffnungszeremonie zog er einen Vergleich zu Charlie Chaplins Movie “Der große Diktator”, um das Kino dazu aufzurufen, angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht “zu schweigen”.

“Jeden Tag sterben Hunderte Menschen”, sagte Selenskyj. “Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen.” Er fragte: “Wird das Kino schweigen oder darüber reden? Wenn es einen Diktator gibt, wenn es einen Freiheitskrieg gibt, hängt alles wieder von unserem Zusammenhalt ab. (…) Wir brauchen einen neuen Chaplin, der beweist, dass das Kino heutzutage nicht schweigt.”

Merz wirft Scholz “Herumschwurbeln” vor

0.05 Uhr: Der CDU-Vorsitzende und Unions-Fraktionschef Friedrich Merz kritisiert, Bundeskanzler Scholz deal with nicht, wie man es im Bundestag gemeinsam beschlossen habe. “Es gibt ganz offensichtlich in der Bundesregierung Verzögerungsstrategien, zumindest eine Verzögerungstaktik”, so Merz am Abend in “RTL Direkt”. Unternehmen beschwerten sich öffentlich, weil keine Ausfuhrgenehmigungen für Panzer erteilt würden. “Hier wird nicht mit offenen Karten gespielt”, so Merz weiter. “Es kann Gründe geben, nicht alles zu sagen, aber dann soll der Bundeskanzler das auch zum Ausdruck bringen. Dieses Herumschwurbeln um die Themen ist der Sache nicht angemessen.”

Bericht: EU hat bereits Plan für Wiederaufbau der Ukraine

23.30 Uhr: Nach Medienberichten soll es in der EU-Kommission bereits einen Wiederaufbauplan für die Ukraine geben. Darin werden nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” Hilfsprogramme aus der EU und von internationalen Partnern mit Auflagen wie Korruptionsbekämpfung und Reformbemühungen verknüpft. Außerdem soll die “Construct Again Higher”-Strategie (Besser-Wiederaufbauen-Strategie) angewendet werden. So sollen neue Gebäude klimafreundlich sein. In dem Papier wird von zehn Jahren ausgegangen, um die Ukraine weitgehend von den Kriegsfolgen zu befreien. Unklar ist die Höhe der EU-Zahlungen. Sie sollen – so sieht es der Entwurf vor – über einen Sonderfonds finanziert werden.

Borrell sieht “Weltrekord” bei russischen Verlusten

22.15 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell spricht von “beeindruckenden Verlusten” der russischen Armee beim Einmarsch in die Ukraine. Dies stehe unter dem Vorbehalt, dass die entsprechenden Angaben stimmten, sagt Borrell nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel. “Wenn es stimmt, dass Russland seit Beginn des Krieges 15 Prozent seiner Truppen verloren hat, ist das ein Weltrekord bei Verlusten für eine Armee bei einem Einmarsch in ein Land.”

Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen.
Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen. (Quelle: Yves Herman/Reuters-bilder)

Kanzleramtschef: Müssen für unseren Russland-Kurs werben

20.32 Uhr: Nach Meinung von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt müssen sich die westlichen Länder weltweit verstärkt darum kümmern, mehr Staaten von ihrem Vorgehen gegen Russland zu überzeugen. Man erlebe etwa in Südafrika, Lateinamerika oder Indien Skepsis gegenüber den westlichen Sanktionen, sagte Schmidt am Dienstabend auf einem parlamentarischen Abend des Bitkom-Verbandes in Berlin. Dort sage man zwar auch, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine nicht richtig sei, sehe aber vor allem die Wirkung der westlichen Sanktionen auf die eigenen Länder als Downside.

Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz.
Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz. (Quelle: imago-images-bilder)

Schmidt nannte etwa die hohen Lebensmittelpreise. “Das hinzukriegen, dass wir diese Staaten nicht verlieren, das wird eine der großen Herausforderungen sein”, sagte der SPD-Politiker. Die Bundesregierung wolle die Allianz breiter fassen und sich um die bemühen, die auch an das Völkerrecht glaubten – im Gegensatz zu denen, die sich darüber hinwegsetzten. “Dann wird die Allianz gegen Russland größer”, sagte Schmidt.

Auch der Staatssekretär im Kanzleramt, Jörg Kukies, hatte vor wenigen Tagen davor gewarnt, die weltweite Unterstützung für westliche Sanktionen gegen Russland zu überschätzen. Man sei “überoptimistisch” in der Interpretation des Abstimmungsergebnisses in der UN-Vollversammlung gewesen, als die große Zahl der Länder Russlands Überfall auf die Ukraine verurteilt habe. Die Länder, die sich enthalten hätten, machten 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung aus, hatte er in Anspielung auf Staaten etwa wie Indien oder China gesagt.

Macron: Wollen Waffenlieferungen intensivieren

19.15 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj deutlich mehr militärische Hilfe versprochen. Laut einer Mitteilung des Elysée-Palastes sagte Macron am Dienstag in einem gemeinsamen Telefongespräch, die Waffenlieferungen aus Paris würden “in den kommenden Tagen und Wochen an Intensität gewinnen”.

Bereits Ende April hatte Macron der Ukraine die Lieferung von Milan-Panzerabwehrwaffen und Caesar-Haubitzen in Aussicht gestellt. Macron versprach Selenskyj laut der Mitteilung am Dienstag zudem zusätzliche humanitäre Hilfe für die Ukraine. Er habe mit dem ukrainischen Präsidenten darüber hinaus über Möglichkeiten gesprochen, Getreide-Exporte aus der Ukraine trotz der russischen Seeblockade gegen das Land zu ermöglichen. Macron habe Selenskyj darüber hinaus versichert, das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union werde beim EU-Gipfel im Juni geprüft.

Zwischen Macron und der ukrainischen Regierung battle es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Streitigkeiten gekommen. Unter anderem hatte Selenskyj dem französischen Präsidenten vorgeworfen, Angst vor Putin zu haben. Macron hatte vergangene Woche Kiew verärgert, als er sagte, bis zu einer möglichen EU-Mitgliedschaft der Ukraine könnten “Jahrzehnte” vergehen – und stattdessen eine “europäische politische Gemeinschaft” ins Spiel brachte.

Vize-Ministerin: Ukraine wird sich erst in mehreren Jahren erholen

16.14 Uhr: Die ukrainische Landwirtschaft wird sich nach Regierungsangaben erst in einigen Jahren von den Folgen des Krieges erholen. Dies erklärt Vize-Wirtschaftsminister Taras Katschka auf der Agrar-Konferenz GrainCom in Genf. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure von Getreide und Ölsaat.

Fabrik von deutschem Unternehmen im Donbass von Rakete getroffen

15.46 Uhr: In der Ostukraine ist eine stillgelegte Gipsplattenfabrik des Unternehmens Knauf mit Hauptsitz in Unterfranken bombardiert worden. “Durch die Luftschläge wurden Geschäftsräume beschädigt, und es brach Feuer aus”, schrieb der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram am Dienstag. Es sei aber niemand verletzt worden. Er warf Russland die absichtliche Zerstörung von Industrie in der Area vor.

Knauf bestätigte am Dienstagabend, das Werk in Soledor im Donbass sei von einer Rakete getroffen und in Model gesetzt worden. Wer sie abgeschossen habe, sei dort nicht bekannt. “Soweit wir wissen, sind bei dem Raketenangriff keine Menschen verletzt worden”, hieß es auch von Seite des Unternehmens. Der genaue Umfang der Schäden ließe sich wegen der andauernden Gefechte vor Ort noch nicht feststellen.

Knauf hatte das Werk kurz nach der russischen Invasion außer Betrieb gesetzt. Kyrylenko veröffentlichte auch Fotos von einer dicken schwarzen Rauchwolke über der Fabrik. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Rettungsdienst: Acht Tote bei Luftangriff auf Area Tschernihiw

14.07 Uhr: Acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben bei einem Luftangriff auf Desna in der Area Tschernihiw im Norden der Ukraine getötet worden. Weitere zwölf seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst mit. Zuvor hatte der regionale Gouverneur Wiatscheslaw Tschaus gewarnt, zwar seien die Besatzer aus Tschernihiw vertrieben worden, sie könnten aber immer noch zuschlagen. “Ignoriert nicht die Warnungen vor Luftangriffen”, appelliert Tschaus.

Russische Unterhändler: Asow-Kämpfer verdienen Todesstrafe

14 Uhr: Kämpfer des Asow-Regiments haben nach Ansicht eines russischen Unterhändlers kein Recht auf Leben. Russland sollten für diese nationalistischen Kämpfer die Todesstrafe in Erwägung ziehen, sagt Leonid Slutski, der für Russland mit der Ukraine verhandelt. “Sie verdienen es nicht zu leben angesichts der monströsen Menschenrechtsverbrechen, die sie begangen haben und die sie weiterhin an unseren Gefangenen begehen.” Lesen Sie hier mehr dazu.

Baerbock für Sicherheitsgarantien für Finnland und Schweden

13.58 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock will ein beschleunigtes Nato-Beitrittsverfahren Schwedens und Finnlands und setzt sich für Sicherheitsgarantien in der Übergangsphase ein. “Wir werden entsprechende Sicherheiten geben”, sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem dänischen Kollegen Jeppe Kofod in Berlin. Zugleich werde man sich aber dafür einsetzen, dass die Zeit zwischen der offiziellen Antragstellung und der Aufnahme möglich kurz ist. Hintergrund ist, dass die Beistandsklausel des westlichen Verteidigungsbündnisses für Vollmitglieder gilt.

“Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu schnellem Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands kommen wird”, sagte die Außenministerin auf die Frage nach den von der Türkei vorgebrachten Vorbehalten, ohne in Particulars zu gehen. Sowohl Baerbock als auch Kofod betonten, dass die Nato durch einen Beitritt beider skandinavischer Staaten gestärkt werde. Kofod sprach Russland das Recht ab, einen Beitritt verhindern zu wollen.

Video: Aufnahmen zeigen dramatische Evakuierung aus Asow-Stahlwerk

12.53 Uhr: “Die Ukraine braucht lebende Helden”, sagte Präsident Selenskyj in einer Ansprache am Montag. Nun wurden Hunderte Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert. Viele von ihnen sind schwer verletzt. Sehen Sie das Video hier.

(Quelle: Twitter)

Schwedens Außenministerin Linde unterzeichnet Nato-Antrag

12.35 Uhr: Schwedens Außenministerin Ann Linde hat den Antrag auf die Nato-Mitgliedschaft unterschrieben. “Ich habe gerade einen historischen Hinweisbrief an den Nato-Generalsekretär unterzeichnet”, schreibt Linde auf Twitter.

Neben Schweden hat auch Finnland vor, dem westlichen Verteidigungsbündnis beizutreten. Welche Folgen der Beitritt der skandinavischen Länder ins Verteidigungsbündnis haben könnte, lesen Sie hier.

Kreml will wohl Asow-Kämpfer von Gefangenenaustausch ausschließen

12.22 Uhr: Das russische Parlament erwägt, Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments von einem Gefangenenaustausch auszunehmen. Das geht aus einem Telegram-Dienst hervor, der aus der Duma überträgt. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitiert Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin mit den Worten, dass “Nazi-Kriminelle” nicht ausgetauscht werden sollten. Lesen Sie hier mehr zum umstrittenen “Asow-Regiment”.

Militär bestätigt Gefangenschaft ukrainischer Soldaten

12.04 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben seit Montag 265 ukrainische Kämpfer des belagerten Stahlwerks in Mariupol gefangen genommen. “In den vergangenen 24 Stunden haben 265 Kämpfer, darunter 51 Schwerverletzte, ihre Waffen niedergelegt und sich in Gefangenschaft begeben”, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag.

Die Zahlen unterscheiden sich geringfügig von den Angaben aus Kiew. Dort battle zuvor die Rede von 264 Gefangenen – unter ihnen 53 Schwerverletzte. Das russische Ministerium veröffentlichte auch ein Video, das die Gefangennahme der Ukrainer, medizinische Behandlung sowie den Abtransport der Verletzten zeigen soll. Ob es tatsächlich zu dem von Kiew erhofften Gefangenenaustausch kommen wird, ließ Russlands Militär zunächst offen.

Alle Verletzten seien ins Krankenhaus von Nowoasowsk gebracht worden, sagte Konaschenkow. Nowoasowsk liegt östlich von Mariupol direkt an der Grenze zu Russland auf dem seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet. Zum Aufenthaltsort der übrigen Gefangenen machte er keine Angaben. Sie sollen nach ukrainischen Berichten in die Ortschaft Oleniwka nahe der Frontlinie gefahren sein.

Russland bestätigt zahlreiche Raketenangriffe auf die Ukraine

12.03 Uhr: Russlands Militär hat über zahlreiche Raketenangriffe auf verschiedene Landesteile der Ukraine berichtet. In der westukrainischen Area Lwiw seien mit Raketen des Typs Kalibr ukrainische Reservisten sowie ausländische Militärtechnik attackiert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw seien unter anderem militärische Ausbildungszentren angegriffen worden.

Im Osten des Landes wurden demnach in der Area Charkiw Teile der Eisenbahn-Infrastruktur zerstört und im Gebiet Donezk mehrere Ziele mit Raketen beschossen. Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden mehr als 470 ukrainische Kämpfer getötet worden, sagte Konaschenkow. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Selenskyj hat erneut mit Kanzler Scholz telefoniert

11.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzler Olaf Scholz die Lage an der Entrance besprochen. Es sei auch um eine mögliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und die Aussicht auf Frieden gegangen, schreibt der Präsident auf Twitter. Es seien “produktive Gespräche” gewesen. Sein Land setze auf dem Weg zur EU-Vollmitgliedschaft weiterhin auf die Hilfe Deutschlands. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lawrow: Beitritt Schwedens und Finnlands in Nato kein großer Unterschied

11 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht keinen großen Unterschied, sollten Schweden und Finnland der Nato beitreten. Die beiden Länder, wie auch andere neutrale Staaten, hätten bereits seit Jahren an Nato-Manövern teilgenommen, sagt Lawrow. “Die Nato kalkuliert ihr Territorium bei der Planung militärischer Vorstöße nach Osten mit ein. In diesem Sinne gibt es additionally wahrscheinlich keinen großen Unterschied. Mal sehen, wie ihr Territorium in der Praxis im Nordatlantikbündnis genutzt wird.” Schweden und Finnland haben sich angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine für einen Beitritt zu dem von den USA geführten Militärbündnis ausgesprochen.

Russland soll wahllos auf Artilleriebeschuss setzen

9.28 Uhr: Die russischen Streitkräfte setzen im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen zunehmend auf “wahllosen Artilleriebeschuss”. Russland habe nur begrenzte Möglichkeiten zur Erfassung von Zielen und scheue zudem das Risiko, Kampfflugzeuge über ukrainisch kontrolliertem Gebiet einzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf die Geheimdienste mit. “In den kommenden Wochen wird sich Russland wahrscheinlich weiterhin stark auf huge Artillerieangriffe verlassen, wenn es seine Offensive im Donbass wieder in Schwung zu bringen versucht.”

Während des erfolglosen russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kiew seien im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw rund 3500 Gebäude zerstört oder beschädigt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Rund 80 Prozent der Zerstörungen beträfen Zivilgebäude. “Das Ausmaß dieser Schäden zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen.” Dabei werde nur minimal auf Verhältnismäßigkeit gesetzt.

Deutschland hat weitere Waffen in die Ukraine geliefert

8.21 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere Waffen für den Kampf gegen die russische Armee geliefert. Nach “Spiegel”-Data trafen in den vergangenen beiden Wochen 2.450 Panzerabwehrhandwaffen vom Typ “RGW 90”, 1.600 DM22-Panzerabwehrrichtminen sowie 3.000 DM31-Panzerabwehrminen in der Ukraine ein und wurden an Einheiten der lokalen Armee verteilt. Die Angaben über die neuen Lieferungen wurden dem Magazin aus ukrainischen Regierungskreisen bestätigt. Die “RGW 90”-Panzerabwehrwaffen, die in der Bundeswehr als “Matador” bezeichnet wird, hatte die Ukraine direkt bei einem deutschen Hersteller bestellt und bezahlt. Die Panzerabwehrminen indes stammen offenbar aus Bundeswehrbeständen. Mehr über die “Matador” lesen Sie hier.

Gouverneur: Ukraine beschießt Grenzstadt

7.10 Uhr: In der westrussischen Provinz Kursk an der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der Behörden ein Dorf unter ukrainischen Beschuss geraten. Drei Häuser und eine Schule in der Grenzortschaft Alexejewka seien getroffen worden, teilte der Gouverneur der Area, Roman Starowoit, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei allerdings niemand verletzt worden. Russische Grenzsoldaten hätten das Feuer erwidert, um den Beschuss aus großkalibrigen Waffen zu stoppen.

Überblick über die Ereignisse der Nacht

Ukraine: Erneut Raketenangriff bei Lwiw

1.45 Uhr: Das Gebiet um die Großstadt Lwiw in der Westukraine ist nach ukrainischen Angaben erneut Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Attacke am Montag habe einer Militäreinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der örtliche Militärchef Maxim Kosizkij in seinem Nachrichtenkanal im Chatdienst Telegram.

Bürgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine bestätigten Informationen über Raketeneinschläge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

Offenbar weiteres Massengrab im Zentrum von Mariupol entdeckt

23.47 Uhr: Journalisten von Radio Free Europe/Radio Svoboda haben auf Satellitenbildern der US-Firma Maxar angeblich eine weitere Massengräberstätte in der belagerten Hafenstadt Mariupol identifiziert. Sie solle sich in der Nähe des Zentralfriedshofs der Stadt befinden. Die Grabstätte sei Anfang März aufgetaucht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Selenskyj: “Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben”

23.45 Uhr: “Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Leute retten können”, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache am späten Montagabend. Zuvor waren ukrainischen Angaben zufolge 264 Soldaten aus dem belagerten Asowstal-Stahlwerk in Mariupo evakuiert worden. “Es gibt Schwerverletzte unter ihnen. Sie werden versorgt. Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben.”

Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden.
Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden. (Quelle: Alexander Ermochenko/Reuters-bilder)

Mehr als 260 ukrainische Soldaten aus Mariupoler Stahlwerk evakuiert

23.33 Uhr: Nach wochenlanger Blockade haben intestine 260 ukrainische Soldaten nach Behördenangaben das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Darunter seien 53 Schwerverletzte, teilte der ukrainische Generalstab am Montag bei Fb mit.

Auch seien 211 weitere ukrainische Kämpfer in die von russischen Truppen besetzte Ortschaft Oleniwka gebracht worden. Sie sollen später in einem Gefangenenaustausch zurückkehren, hieß es. Die Schwerverletzten seien in die Stadt Nowoasowsk transportiert worden. An der Evakuierung der weiteren Verteidiger des Stahlwerks Asowstal werde noch gearbeitet.

“Dank den Verteidigern von Mariupol haben wir kritisch wichtige Zeit für die Formierung von Reserven, eine Kräfteumgruppierung und den Erhalt von Hilfe von unseren Partnern erhalten”, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bei Fb. Alle Aufgaben zur Verteidigung von Mariupol seien erfüllt worden. Ein Freikämpfen von Asowstal sei nicht möglich gewesen. Das Wichtigste sei jetzt, das Leben der Verteidiger von Mariupol zu wahren.

Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet.
Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet. (Quelle: Reuters-bilder)

Ukraine: Mindestens 19 Tote durch Beschuss im Donbass

23.11 Uhr: Durch russischen Beschuss auf in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Durch Angriffe auf die Stadt Sewerodonezk seien mindestens zehn Menschen getötet worden, erklärte der Gouverneur der Area Luhansk, Serhij Gajdaj, am Montag im Messenger-Dienst Telegram. Der Gouverneur der angrenzenden Area Donezk, Pawo Kyrylenko, sprach von neun getöteten und 16 verletzten Zivilisten durch dortige russische Angriffe.

Die russischen Truppen würden die Sewerodonezk “ohne Unterlass” bombardieren, schrieb Gajdaj. Wegen des anhaltenden Beschusses seien der Zugang zu der Gegend und die Kommunikation derzeit erheblich erschwert. Er forderte die Bewohner auf, die Schutzräume nicht zu verlassen.

In einer früheren Mitteilung hatte Gajdaj vor Artillerieangriffen auf Sewerodonezk und die nahegelegena Stadt Lysytschansk gewarnt. Dadurch seien Brände in Wohngebieten ausgelöst worden. “Sewerodonezk wurde hart getroffen”, schrieb er und veröffentlichte Fotos der Zerstörungen. “Wir sind noch dabei, die Zahl der beschädigten Häuser zu ermitteln.”

Der Bürgermeister von Sewerodonezk, Oleksander Striuk, hatte vor rund zehn Tagen erklärte, die Stadt sei von den Streitkräften Moskaus und der pro-russischen Separatisten “praktisch eingekesselt”. Seinen Angaben zufolge befanden sich noch 15.000 der ehemals 100.000 Einwohner in der Stadt.

USA und Griechenland preisen Partnerschaft in Ukraine-Krise

23 Uhr: US-Präsident Joe Biden hält die Partnerschaft mit Griechenland angesichts der Ukraine-Krise für wichtiger denn je. Das sagte Biden am Montag bei einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Weißen Haus in Washington. Bei Russlands Krieg in der Ukraine gehe es auch um die Bedrohung der Demokratie durch Autokraten, betonte er und verwies auf die gemeinsamen demokratischen Werte der USA und Griechenlands. Mitsotakis sagte, die Beziehungen der beiden Länder seien “auf einem Allzeit-Hoch”. Das gelte nicht nur für die militärische Zusammenarbeit, sondern etwa auch für Handel und Investitionen.

Griechenland hatte zuletzt ein Abkommen zur militärischen Zusammenarbeit mit den USA um weitere fünf Jahre verlängert. Die Vereinigten Staaten benutzen mehrere Militärstützpunkte in Griechenland, von wo aus das US-Militär sowohl im Mittelmeer als auch im Schwarzen Meer operieren und auch Ausrüstung an die ukrainische Grenze bringen kann.

Am Dienstag will der griechische Regierungschef eine Ansprache vor beiden Kammern des US-Kongresses halten – ein rares Privileg für ausländische Gäste. Anlass ist das Jubiläum des Beginns der Unabhängigkeitsrevolution gegen das Osmanische Reich vor 200 Jahren, das Griechenland im vergangenen Jahr gefeiert hatte.

Ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk sollen in Nowoasowsk angekommen sein

22.36 Uhr: Die aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol evakuierten ukrainischen Soldaten sind nach Angaben eines Reuters-Augenzeugen in Nowoasowsk angekommen. Einige seien verwundet, berichtet dieser.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Busse mit Soldaten verlassen Stahlwerk in Mariupol

21.00 Uhr: Etwa ein Dutzend Busse mit ukrainischen Militärangehörigen verlassen das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Das berichten Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters von vor Ort. Zuvor hatte Russland am Mittag eine Feuerpause und die Evakuierung ukrainischer Soldaten in die Stadt Nowoasowsk auf russisch kontrolliertem Gebiet verkündet.

Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet.
Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters-bilder)

Scholz: “Müssen uns Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt”

20.28 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und warnt sogar vor einer Eskalation. “Bisher ist es leider nicht so zu erkennen, dass die Einsicht gewachsen ist, dass man das jetzt hier so schnell wie möglich beendet”, sagte Scholz in der Sendung “RTL Direkt”. Man müsse sich auch “Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt”. Hier lesen Sie mehr zu der Sendung.

Kiew meldet Vernichtung russischer Munitionslager

19.50 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Angriffsversuche im Osten des Landes weitgehend gestoppt und mehrere Munitionslager zerstört. “Durch den Beschuss feindlicher Depots, die in der Stadt Isjum stationiert waren, haben die Verteidigungskräfte große Munitionsbestände vernichtet”, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Abend mit.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor vom Beginn der Evakuierung des Stahlwerks berichtet. Demnach seien schwer verletzte ukrainische Kämpfer aus der Fabrik gebracht worden. Kiew hat diese Meldungen bislang nicht kommentiert. Unabhängig konnten die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Finnische Botschafterin: Russische Reaktion auf Nato-Beitrittswunsch “eigentlich milde”

18.45 Uhr: Die finnische Botschafterin in Deutschland, Anne Sipiläinen, zeigt sich wenig überrascht von Drohungen Moskaus wegen des angestrebten Nato-Beitritts ihres Landes. Entsprechende Warnungen gebe es seit Jahren, sagt sie dem Fernsehsender Welt einer redaktionellen Fassung zufolge. Finnland sei “seit Jahren und Jahrzehnten” sehr intestine vorbereitet auf alle möglichen Bedrohungen. “Und das ist eigentlich jetzt überraschend ruhig gewesen. Und die Reaktionen waren eigentlich milde bis jetzt.”

Die Mitgliedschaft Finnlands in der Nato werde das Land wie auch umgekehrt die Allianz stärken. “Wir werden einen stärkeren, stabileren Norden bekommen.”

Ukraine: Mindestens zehn Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

18.32 Uhr: Mindestens zehn Zivilisten sind bei der Beschießung von Siewierodonezk im Osten der Ukraine getötet worden. Das teilt der Gouverneur der Area Luhansk, Serhij Gaidai, mit. Zuvor hat er erklärt, dass durch die schweren Angriffe Brände in Wohngebieten der Stadt ausgebrochen seien.

USA: Ukraine Truppen drängen russische Armee bei Charkiw zurück

17.42 Uhr: Ukrainische Truppen haben russische Einheiten bei Charkiw zurückgedrängt, erklärt ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Die ukrainischen Verbände seien bis auf eine Entfernung von drei bis vier Kilometern an die russische Landesgrenze im Nordosten der Ukraine herangerückt.

Ukraine: Russischer Angriff trifft Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat

16.49 Uhr: Ein russischer Angriff hat in der Area um die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ein Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat getroffen. Der Gouverneur der Nachbarregion Donezk teilte im Messengerdienst Telegram ein Foto einer orangefarbenen Rauchwolke über Feldern, ergänzte aber, die Explosion stelle “keine Gefahr für die örtliche Bevölkerung dar”.

Der Gouverneur teilte weiter mit, dass ein “russisches Geschoss” das Lager getroffen habe. Die Rauchsäule über dem Depot wirke zwar erschreckend, es gebe aber keinen Grund zur Panik.

Lukaschenko fordert Stärkung von östlichem Militärbündnis

16.19 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine die Stärkung eines von Russland geführten Militärbündnisses als Gegengewicht zur Nato gefordert. “Die (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) OVKS muss ihren Standing im internationalen System der Kontrolle und Gewaltenteilung massiv festigen”, sagte Lukaschenko laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta bei einem Treffen der Allianz in Moskau. Russland könne nicht allein gegen die Nato-Erweiterung kämpfen, fügte er hinzu.

Der oft als “letzter Diktator Europas” kritisierte Lukaschenko rechtfertigte die russische Invasion in die Ukraine mit der Aufrüstung der Nato in Osteuropa und deren Aktivitäten in der Ukraine.

Der OVKS gehören neben Russland und Belarus auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan an. Dem russischen Krieg gegen die Ukraine haben sich die Armeen der anderen Länder, darunter auch Belarus, bislang aber nicht angeschlossen. Der russische Angriff erfolgte aber teils auch von belarussischem Territorium aus. Der Westen hat deshalb nicht nur gegen Moskau, sondern auch gegen Minsk Sanktionen verhängt. Erst am Sonntag hatte die belarussische Führung den Schaden der Sanktionen auf 16 bis 18 Milliarden Greenback beziffert.

Schweden will der Nato beitreten

15.51 Uhr: Es sei eine neue Ära für ihr Land, sagt die Ministerpräsidentin: Schweden will wie Finnland, möglichst schnell der Nato beitreten. Russland warnte die beiden nordischen Länder vor dem Schritt. Hier lesen Sie mehr.

Russland meldet Einigung auf Waffenruhe in Asowstal-Werk

15.24 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben sich Russland und die Ukraine auf eine Waffenruhe für das seit Wochen umkämpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol geeinigt. Eine Bestätigung seitens der ukrainischen Seite gibt es derzeit allerdings nicht. Auf dem umstellten, weitläufigen Werksgelände harren mutmaßlich seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer teils verletzt und unter widrigsten Bedingungen aus.

Die Vereinbarung zur Evakuierung verletzter ukrainischer Soldaten ist laut russischen Angaben mit im Asow-Stahlwerk “blockierten Vertretern des ukrainischen Militärs” erzielt worden. Nach eigener Darstellung soll es einen Korridor für verwundete ukrainische Soldaten geben – allerdings nicht in ukrainisch kontrolliertes Gebiet, sondern in die Stadt Nowoasowsk, die von von russischen und prorussischen Kämpfern kontrolliert wird. Dort sollen sie nach russischen Angaben medizinisch versorgt werden.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Insider: EU plant neues Finanzpaket für Ukraine

13.48 Uhr: Die EU-Kommission wird Insidern zufolge am Mittwoch ein neues Paket mit Finanzhilfen für die Ukraine vorschlagen. Dazu gehören neue Darlehen für die Liquidität sowie Zusagen für die langfristige Finanzierung des Wiederaufbaus des Landes, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagen. Der Umfang der kurzfristigen Hilfen werde noch eruiert, allerdings dürfte der Finanzbedarf der Ukraine für zwei Monate weitgehend durch Kredite gedeckt werden, verlautet weiter.

An anderer Stelle heißt es, das Geld werde aus dem EU-Haushalt und von den EU-Regierungen kommen, nicht aber durch die Ausgabe gemeinsamer, vom EU-Haushalt gedeckter Anleihen. Die EU-Kommission lehnt einen Kommentar dazu ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im April geschätzt, dass die Ukraine mindestens drei Monate lang rund fünf Milliarden Greenback professional Monat benötige, um das durch den Einmarsch Russlands verursachte unmittelbare finanzielle Defizit zu decken.

Interview: “Putin will beweisen, dass er nicht außer Kontrolle ist”

Ukraine: Haben russischen Einfall in Area Sumy abgewehrt

12.07 Uhr: Ukrainische Grenztruppen haben einen Einfall russischer Sabotage- und Aufklärungseinheiten in die im Nordosten gelegene Area Sumy abgewehrt. Die russischen Soldaten seien unter Feuerschutz vorgerückt, teilte der Gouverneur der Area Sumy, Dmytro Schywytzki auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Sie hätten sich aber zurückgezogen, als ukrainische Kräfte das Feuer erwidert hätten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kurz nach Beginn ihrer Invasion am 24. Februar waren russische Truppen in Sumy eingerückt. Die ukrainischen Einheiten übernahmen am 8. April wieder die Kontrolle über das Gebiet.

Scholz will weiter Gespräch mit Russland suchen

11.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will einem Regierungssprecher zufolge, weiter das Gespräch mit Russland suchen. Die State of affairs sei sehr schwierig, es gebe viel Leid und Tote. “Da will man nichts unversucht lassen.”

Erneut Verletzte nach russischem Raketenangriff bei Odessa

10.48 Uhr: Durch einen russischen Raketenangriff in der Nähe der Hafenstadt Odessa im Süden der Ukraine ist ukrainischen Militärangaben zufolge eine touristische Unterkunft zerstört worden. Das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte berichtete am Montag von mindestens drei verletzten Zivilisten. Zudem sei Feuer ausgebrochen. Ziel battle demnach eine zuvor schon angegriffene und beschädigte Brücke über der Mündung des Flusses Dnister. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete unterdessen mehr als 100 Luftangriffe auf militärische Infrastruktur in der Ukraine in der Nacht zu Montag. Zudem seien Raketen auf mehr als 300 Ziele abgefeuert worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Russland: Nato-Beitritte würden “weltweite Lage radikal ändern”

9.11 Uhr: Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wäre nach Einschätzung der russischen Regierung ein Fehler mit weitreichenden Konsequenzen. Ein solcher Schritt würde die weltweite Lage radikal ändern, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Schweden und Finnland sollten sich keine Illusionen darüber machen, dass Russland ihre Entscheidung so einfach hinnehmen würde, sagt Rjabkow. In den beiden skandinavischen Ländern beraten im Laufe des Tages die Parlamente über die Vorschläge der Regierungen, dem westlichen Militärbündnis beizutreten.

Ukrainer überlebt Hinrichtung durch Russen – seine Brüder nicht

8.35 Uhr: Im Haus befand sich eine Uniform der ukrainischen Armee – das battle das Todesurteil für Mykola und seine Brüder. Doch der junge Mann hatte Glück und konnte seinem Seize wieder entsteigen. Hier lesen Sie die ganze Geschichte.

Mykola Kulichenko an dem Grab, das russische Soldaten für ihn und seine Brüder geschaufelt hatten: "Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen".
Mykola Kulichenko an dem Seize, das russische Soldaten für ihn und seine Brüder geschaufelt hatten: “Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen”. (Quelle: Screenshot/Youtube@SuspilʹneChernihiv)

Ukraine bereitet sich auf verstärkte russische Angriffe im Donbass vor

7.37 Uhr: Die Ukraine bereitet sich auf eine neue russische Offensive im Osten des Landes vor. Nach dem Rückzug russischer Einheiten rund um Charkiw würden nun weitere Soldaten in den Donbass verlegt, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowitsch. Die Ukraine bereite sich auf “neue Angriffsversuche” der russischen Armee im Donbass vor, die darauf abzielten, “ihre Bewegungen in den Süden der Ukraine zu verstärken”, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Montag in einer Videobotschaft.

“Die Besatzer wollen immer noch nicht zugeben, dass sie sich in einer Sackgasse befinden und ihre sogenannte Sonderoperation bereits gescheitert ist”, fügte er hinzu.

Ukrainische Truppen stoßen von Charkiw bis zur Grenze vor

5 Uhr: Ukrainische Truppen melden einen symbolträchtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur Grenze zu Russland vorgestoßen. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte in der Nacht zu Montag ein Video mit einem Dutzend Soldaten neben einem Grenzpfahl in den Nationalfarben Blau und Gelb. Sie gehören den Angaben zufolge zu einer Freiwilligenbrigade aus der Stadt Charkiw. Hier lesen Sie den Überblick aus der Nacht.

Gasverteilerstationen in Charkiw wieder in Betrieb

3.09 Uhr: Die Ukraine kann den Gastransit in zwei Verteilerstationen wieder aufnehmen. Der Betreiber des ukrainischen Gastransitsystems teilte mit, dass zwei Knotenpunkte in der Area Charkiw nach der Reparatur von kriegsbedingten Schäden an der Hauptgasleitung wieder in Betrieb seien und die Gasversorgung sichergestellt sei. Etwa 54 Gasverteilerstationen in sieben Regionen der Ukraine blieben weiterhin abgeschaltet.

Bericht: Sanktionen richten in Belarus Schaden in Milliardenhöhe an

2.47 Uhr: Die westlichen Sanktionen gegen Belarus verursachen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Belta Ausfälle in Milliardenhöhe. “Aufgrund der Sanktionen sind quick alle belarussischen Exporte in die Länder der Europäischen Union und nach Nordamerika blockiert”, zitiert Belta Regierungschef Roman Golowtschenko aus einer Abschrift eines Interviews mit dem in Dubai ansässigen Fernsehsender Al-Arabija. Der Schaden belaufe sich “auf etwa 16 bis 18 Milliarden Greenback professional Jahr”.

Brennende Geschosse regnen auf Asowstal-Stahlwerk nieder

00.37 Uhr: Auf das Stahlwerk Asowstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gehen einem auf Telegram veröffentlichten Video zufolge Brandbomben nieder. Weiße, hell glühende Geschosse sind auf einem Video zu sehen, das Alexander Chodakowski, ein Kommandeur der prorussischen selbsternannten Republik Donezk, am Sonntag auf Telegram veröffentlicht. Reuters konnte nicht sofort feststellen, welche Artwork von Munition eingesetzt und wann das Video aufgenommen wurde. Ein britischer Militärexperte sagt, es sehe aus wie ein Angriff mit Phosphor- oder Brandwaffen.

Nach Angaben der Ukraine harren noch rund 600 Soldaten in dem Werk aus, von denen 40 schwer verletzt sind. Weißes Phosphor wird eingesetzt, um Rauchschwaden zu erzeugen, Ziele zu markieren oder Bunker und Gebäude in Model zu setzen. Phosphorwaffen sind nach den internationalen Übereinkommen offiziell nicht verboten, Menschenrechtsgruppen fordern allerdings ein Verbot des Einsatzes wegen der schwersten Verbrennungen, die sie verursachen.

Hackerangriff auf Stadtverwaltung von Lwiw

0 Uhr: Die Stadtverwaltung der westukrainischen Stadt Lwiw ist Ziel eines Cyberangriffs mutmaßlich russischer Hacker geworden. Durch die Attacke am Freitag seien einige städtische Dienstleistungen nicht mehr verfügbar gewesen, schrieb Vize-Bürgermeister Andrij Moskalenko bei Fb. Ein Teil davon sei bis Sonntag wiederhergestellt worden.

Die Angreifer hätten auch interne Informationen der Stadtverwaltung erbeutet, die danach in “feindlichen” Informationskanälen beim Chatdienst Telegram veröffentlicht worden seien, schrieb Moskalenko. Russland führe auch Angriffe an der “IT-Entrance” und man müsse offline wie on-line vorsichtig sein.

Die Ukraine steht schon lange im Visier von Hackergruppen, die von westlichen IT-Sicherheitsexperten dem Umfeld russischer Geheimdienste zugerechnet werden. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar wurde auch eine Eskalation der Cyberattacken erwartet, doch bisher blieben große Schlagzeilen dazu aus.

Gouverneur: Ukraine kontrolliert weiter zehn Prozent von Luhansk

21.23 Uhr: Ungeachtet schwerer russischer Angriffe kontrolliert die ukrainische Armee Angaben des regionalen Gouverneurs zufolge weiter rund zehn Prozent des ostukrainischen Gebiets Luhansk. Insbesondere die Außenbezirke der Städte Rubischne, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk hätten die Russen bislang nicht einnehmen können, teilte Serhij Hajdaj mit.

Moskau hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass prorussische Separatisten mit Hilfe der russischen Armee knapp elf Wochen nach Kriegsbeginn bis an die Verwaltungsgrenzen von Luhansk vorgedrungen seien. Hajdaj bezeichnete diese Aussagen damals als “Fantasie”.

Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets.
Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets. (Quelle: Alexander Galperin/SNA/imago-images-bilder)

Eingeschlossene Kämpfer in Mariupol: Kein Wasser, keine Medikamente

20.17 Uhr: Seit Wochen harren ukrainische Kämpfer im belagerten Asowstal-Werk in Mariupol aus. Ihre Ehefrauen bleiben mit ihnen in Kontakt – und berichten nun von katastrophalen Zuständen. Mehr dazu hier.

Gouverneur: Tote durch Beschuss in ostukrainischem Sjewjerodonezk

19.40 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge zwei Menschen infolge von russischem Beschuss gestorben. Bei den Angriffen am Samstag sei ein Haus getroffen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. Der Artilleriebeschuss sei auch in den vergangenen Stunden weitergegangen, schrieb Hajdaj im sozialen Netzwerk Telegram. Zuvor hatte er bereits über neun Verletzte infolge von Angriffen auf ein Krankenhaus gesprochen. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Stoltenberg: “Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen”

16.42 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält eine Niederlage Russlands im Krieg gegen die Ukraine für möglich. “Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen”, sagte der Norweger am Sonntag nach Beratungen der Außenminister der 30 Bündnisstaaten in Berlin. Der Krieg in der Ukraine verlaufe für Moskau nicht wie geplant. So sei die Offensive im Donbass ins Stocken geraten und die Russen zögen sich aus der Gegend um Charkiw zurück. Zudem sei die geplante Eroberung Kiews gescheitert.

“Russland erreicht seine strategischen Ziele nicht”, ergänzte Stoltenberg. Die Ukraine stehe noch immer und die Nato sei stärker denn je.

USA: Ukraine bringt amerikanische Haubitzen an die Entrance

16.15 Uhr: Die Ukraine hat nach US-Angaben zahlreiche neue US-Haubitzen vom Typ M-777 an die Frontlinien gebracht. Das twittert die US-Botschaft in Kiew. 89 der 90 zugesagten Geschütze seien inzwischen geliefert. Die Lieferungen der M-777 waren als wichtig angesehen worden, weil sie eine lange Reichweite und eine hohe Treffgenauigkeit haben.

IW-Chef wertet russischen Krieg gegen Ukraine als “ökonomischen Selbstmord”

15.53 Uhr: Mit dem Krieg gegen die Ukraine raubt der russische Präsident Wladimir Putin seinem Land nach Überzeugung des Wirtschaftsforschers Michael Hüther sämtliche Perspektiven. “Russland begeht mit dem Krieg in der Ukraine ökonomischen Selbstmord”, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) der “Stuttgarter Zeitung” und den “Stuttgarter Nachrichten”. Russland werde außerdem “politisch degradiert” und erreiche seine militärischen Ziele nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Russland will mehr als 3.000 ukrainische Panzer zerstört haben

14.58 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben ukrainische Stellungen im Osten des Landes beschossen. Dabei seien Kommandozentralen und Waffenlager ins Visier genommen worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zudem seien zwei Raketenabwehrsysteme vom Typ S-300 und eine Radarstation in der Area Sumy im Nordosten des Landes zerstört worden.

Insgesamt habe Russland seit Beginn der Militäroperation 165 ukrainische Flugzeuge, 125 Hubschrauber, 879 unbemannte Luftfahrzeuge, 306 Raketen-Systeme zur Flugabwehr sowie 3.098 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge zerstört.

Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein.
Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein. (Quelle: Ken Cedeno/UPI Photograph/imago-images-bilder)

Türkei stellt Forderungen für Nato-Beitritt Schweden und Finnlands

14.55 Uhr: Die Türkei fordert für ein Ja zur Aufnahme Schwedens und Finnlands in die Nato Sicherheitsgarantien, wie Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagt. Zudem müssten Exportbeschränkungen aufgehoben werden. Darüber hinaus sollten beide Länder damit aufhören, Terrorismus zu unterstützen.

Grundsätzlich unterstütze die Türkei aber den Nato-Ansatz der “offenen Tür”.

Animation zeigt, wo Russland im Krieg das meiste Geld verdient

Phosphorbomben in Mariupol? “Hölle ist auf die Erde gekommen”

9.54 Uhr: Russland hat das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben mit Phosphorbomben beschossen. “Die Hölle ist auf die Erde gekommen. Zu Azovstal”, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Solche Brandbomben entzünden sich durch Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende Schäden an. Ihr Einsatz ist verboten. Die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Andrjuschtschenko veröffentlichte dazu ein Video mit Luftaufnahmen, auf denen ein Feuerregen zu sehen ist, der auf das Stahlwerk niedergeht. Auf den zunächst nicht überprüfbaren Aufnahmen unklarer Herkunft battle zudem Artilleriebeschuss der Industriezone zu sehen.

Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben.
Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben. (Quelle: Uncredited/AP/dpa-bilder)

Andrjuschtschenko veröffentlichte zudem Bilder, die Aufschriften auf Bomben zeigen. Demnach soll das russische Militär damit auf den Sieg der Ukraine beim Eurovision Tune Contest (ESC) reagiert haben. Es battle zunächst nicht klar, woher diese Fotos stammten. Auf den mutmaßlichen Bomben battle demnach auf Russisch zu lesen: “Kalusha, wie gewünscht! Auf Asowstal” und auf Englisch “Assist Mariupol – Assist Azovstal proper now” (auf Deutsch: Helft Mariupol – Helft Asowstal sofort) mit dem Datum 14. Mai. Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

In Hasskommentaren battle zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruß zum ESC-Sieg. Russische Medien berichteten in der Nacht zum Sonntag zwar von dem Sieg, anders als in den Vorjahren durfte das Staatsfernsehen die Present aber nicht zeigen. Russland ist wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom ESC ausgeschlossen.

Großbritannien: Große Verluste bei russischen Bodentruppen

9.30 Uhr: Britische Militärgeheimdienste schätzen, dass Russland möglicherweise rund ein Drittel der im Februar für die Invasion der Ukraine aufgestellten Bodentruppen verloren hat. “Trotz kleiner anfänglicher Vorstöße hat Russland in den vergangenen Monaten keine substanziellen Territorialgewinne verzeichnet, während es kontinuierlich hohe Verluste hinnehmen musste”, schrieb das britische Verteidigungsministerium auf Twitter.

Gouverneur: Raketenangriff auf Area Lwiw

7.20 Uhr: Am Sonntagmorgen hat es ukrainischen Behörden zufolge einen Raketenangriff in der Area Lwiw gegeben. Wie der dortige Gouverneur, Maxim Kosizki, auf dem Messengerdienst Telegram mitteilte, wurde militärische Infrastruktur getroffen. Ob dabei auch Menschen getötet oder verletzt wurden, sei noch unklar. Auch das Ausmaß der Zerstörungen müsse erst noch ermittelt werden. Lwiw liegt im Westen der Ukraine unweit der polnischen Grenze.

Großbritannien: Russische Offensive im Donbass stockt

7.53 Uhr: Britische Militärgeheimdienste sehen die russische Offensive im Donbass weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan. “Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass Russland seinen Vorstoß in den kommenden 30 Tagen dramatisch beschleunigen kann”, erklärte das britische Militär in seinem Lagebericht auf Twitter.

Außenminister der Ukraine: “Sie töten, vergewaltigen und zerstören”

7.01 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert. “Es gibt nichts Schlechtes an einem Waffenstillstand, wenn er der erste Schritt hin zu einer Lösung wäre, wo das ukrainische Staatsgebiet befreit wird”, sagte Kuleba am Samstagabend in einem Interview mit Bild TV. “Wir werden uns aber nicht damit abfinden, dass es eine Teilabtrennung von Territorium gibt.” Er hob hervor: “Wir sind bereit für Diplomatie, aber wir werden es nicht zulassen, dass Diplomatie einfach unser Leiden verlängert und die nächste Section des Krieges einfach nur vertagt.”

Die Deutschen rief Kuleba auf, die Folgen der Sanktionen gegen Russland in Kauf zu nehmen: “Manchmal ist es günstiger, einem anderen zu helfen und eine kurze Zeit der Entbehrung auszuhalten, anstatt zu Hause zu sitzen, fernzusehen und nichts zu machen, einfach zuzulassen, dass das Downside letztendlich an die eigene Tür klopft.” Die Ukraine habe einen fairen Deal vorgeschlagen: “Gebt uns alles, was wir brauchen, und wir werden Russland einhegen und in der Ukraine besiegen, damit sie niemals bei euch an die Tür klopfen.”

Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert.
Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Kuleba verurteilte zudem die russische Kriegsführung auf das Schärfste: “Was mich überrascht hat: Wie rücksichtslos sie sind, wie viele Grausamkeiten sie begehen. Sie können keinen fairen Krieg kämpfen und gewinnen, deswegen töten sie, vergewaltigen sie und zerstören sie.” Kuleba fügte hinzu: “In der Ukraine nennen wir Russen nicht einmal Tiere, denn Tiere benehmen sich besser als Russen.”

Gleichzeitig zeigte sich der ukrainische Außenminister siegesgewiss. Russlands Präsident Wladimir Putin habe sich verschätzt. “Er hat die Menschen in der Ukraine falsch eingeschätzt, und die Freunde, die weltweit an unserer Seite stehen.”

Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits fast drei Monate.
Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits quick drei Monate. (Quelle: Ahmed Jadallah/Reuters-bilder)

Die Ereignisse der Nacht – ein Überblick

5.30 Uhr: In der Ukraine wird der Sieg gefeiert – beim ESC. Im Donbass gehen derweil die Kämpfe weiter. Prorussische Parteien werden bald verboten. Die Ukraine möchte kein Territorium bei einem Waffenstillstand hergeben.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl an Hilfsorganisationen.





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Written by Newsplaneta

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