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US-Sanktionen: Iran will Importe mit Kryptogeld bezahlen


Stand: 09.08.2022 16:10 Uhr

Sanktionen der Vereinigten Staaten belasten die iranische Wirtschaft seit Jahren schwer. Um sie zu umgehen, will die Islamische Republik nun erstmals ein Importgeschäft mit einer Kryptowährung abwickeln.

Der Iran hat nach offiziellen Angaben in dieser Woche seine erste Importbestellung in einer Kryptowährung aufgegeben. Das meldet die halbamtliche Agentur Tasnim. Der Auftrag habe einen Wert zehn Millionen Greenback. Welches digitale Geld bei der Transaktion verwendet werden sollte, wurde nicht bekannt.

Die Transaktion soll ein erster Schritt sein, um die US-Sanktionen zu umgehen, die seit einigen Jahren die Wirtschaft der Islamischen Republik ausbremsen. “Bis Ende September wird die Verwendung von Kryptowährungen und intelligenten Verträgen im Außenhandel mit den Zielländern weit verbreitet sein”, erklärte ein Beamter des Ministeriums für Industrie, Bergbau und Handel auf Twitter.

Mit der Abwicklung über digitale Vermögenswerte versucht der Iran, das vom Greenback dominierte globale Finanzsystem zu umgehen. So könnten auch Geschäfte mit anderen Ländern getätigt werden, die ebenfalls durch US-Sanktionen eingeschränkt sind – wie etwa Russland.

Krypto-Zahlungen problematisch

Einer Studie aus dem vergangenen Jahr zufolge entstand zuletzt 4,5 Prozent der dominierenden Kryptowährung Bitcoin im Iran. Ein Grund dafür ist die vergleichsweise billige Elektrizität, da bei dem sogenannten “Mining” viel Strom verbraucht wird. Das digitale Schürfen ist damit eine wichtige Devisenquelle für Land. Kryptogeld wird von Computern “geschürft”, indem Hochleistungsrechner eine Fülle komplizierter Rechenoperationen bewältigen.

Die Kurse von Kryptowährungen wie Bitcoin schwanken allerdings sehr stark und lassen daher eine wesentliche Voraussetzung für ein verlässliches Zahlungsmittel vermissen. Für den Markt der Kryptowährungen dürfte die aktuelle Entwicklung zweischneidig sein. Einerseits wird eine Akzeptanz von staatlicher Seite in der Regel von den Marktteilnehmern begrüßt. Der Fall Iran aber dürfte ein weiteres Argument für die westlichen Regierungen sein, ihre Regulierung von Kryptowährungen weiter voranzutreiben, was bis zum Verbot von Transaktionen führen könnte.

Bewegung im Atomstreit

2018 hatte der damalige US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und harte Sanktionen wieder eingeführt. Etwa ein Jahr später hatte Teheran damit begonnen, gegen die Auflagen zu verstoßen.

In die Bemühungen um eine Wiederbelebung des internationalen Abkommens ist zuletzt wieder Bewegung gekommen. Die Europäische Union hat gestern einen Vorschlag vorgelegt, um den Pakt von 2015 wieder herzustellen. Ob damit ein Durchbruch in Reichweite ist, blieb zunächst offen. Die USA zeigten sich für einen raschen Abschluss bereit, während der Iran auf die Notwendigkeit weiterer interner Beratungen verwies.



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