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Nach der US-Zinseuphorie: Der Alltag ist zurück




Marktbericht

Stand: 11.08.2022 16:21 Uhr

Mit einer freundlichen Wall Avenue-Eröffnung im Rücken legt auch der DAX am Nachmittag wieder zu. Die Anleger verarbeiten derweil eine Reihe neuer Quartalszahlen, womit wieder ein Stück Normalität zurückkehrt.

Der DAX hat mit einer freundlichen US-Eröffnung im Rücken am Nachmittag wieder die Marke von 13.700 Punkten überwunden und liegt leicht im Plus. Im Tageshoch notierte der deutsche Leitindex bisher bei 13.763 Punkten, im Tief bei 13.661 Zählern.

Unterstützung kommt aus New York, wo alle großen Indizes nach der Eröffnungzulegen. Der Leitindex Dow Jones steigt ebenso wie die Nasdaq und der S&P-500-Index zwischen 0,8 und rund 1,0 Prozent .

Im Mittelpunkt des heutigen Handelsgeschehens steht zum einen die Verarbeitung der gestrigen US-Inflationsdaten, aber auch die Fortsetzung der heimischen Berichtssaison.

Die Zinsdiskussionen gehen weiter

Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect sprach von einem “Tag der Besinnung” nach der Euphorie um den unerwarteten Rückgang der US-Inflation. Die gestrigen Kursgewinne seien überzogen und spiegelten “lediglich die Hoffnung auf eine Entdynamisierung der Inflationsentwicklung wider”.

Die US-Inflationsrate conflict auf 8,5 Prozent gefallen nach 9,1 Prozent im Vormonat. Dies hatte Hoffnungen der Anleger geschürt, dass die Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr Zinstempo zukünftig drosseln könnte.

Führende US-Notenbanker hatten diese Hoffnungen aber gedämpft. Der Kampf gegen die Inflation sei noch nicht gewonnen, so Mary Every day, die Präsidentin des Notenbank Bezirkes von San Francisco.

US-Arbeitsmarkt bleibt strong

Sorgen um den Zustand des Arbeitsmarktes muss sich die Fed dabei nicht machen. Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich in der vergangenen Woche zwar etwas schwächer entwickelt, allerdings conflict die Entwicklung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt in der Woche zuvor besser als bisher bekannt.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg aktuell um 14.000 auf 262.000, wie das Arbeitsministerium heute in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer etwas höheren Zahl von 265.000 gerechnet.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt gilt weiterhin als strong. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt den soliden Arbeitsmarkt als Argument gegen eine Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt angeführt. Im ersten Halbjahr ist die US-Wirtschaft rechnerisch zwar geschrumpft. Es gibt aber auch Hinweise, dass es sich dabei nicht um eine klassische, breitangelegte Rezession handelt.

Ölpreise: IEA erhöht Prognose

Die Ölpreise legen leicht zu: Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte WTI verteuern sich leicht. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl angehoben.

Die im Zuge des Ukraine-Kriegs verursachte Gaskrise mit einem massiven Preisanstieg für Erdgas an den Rohstoffmärkten habe dazu geführt, dass Industrieunternehmen und Kraftwerke ihre Anlagen verstärkt mit Öl betreiben, heißt es im Monatsbericht. In den vergangenen Monaten hat Russland die Gaslieferungen nach Europa drastisch reduziert.

Die Agentur erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum der weltweiten Ölnachfrage um 2,1 Millionen Barrel (je 159 Liter) professional Tag. Das sind 380.000 Barrel professional Tag oder etwa zwei Prozent mehr als in der vorangegangenen Schätzung. Die gesamte Nachfrage dürfte nach Einschätzung der Agentur im laufenden Jahr bei 99,7 Millionen Barrel professional Tag liegen. Im kommenden Jahr dürfte die Nachfrage dann auf täglich 101,8 Millionen Barrel ansteigen.

RWE: Was wird aus den Atomkraftwerken?

Der Energiekonzern RWE hält sich zu einer möglichen Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke bedeckt. “Wir warten die politische Entscheidung ab”, sagte RWE-Chef Markus Krebber. Konkurrent E.ON hatte sich am Vortag zu Gesprächen über längere Laufzeiten bereiterklärt: “Sollte die Bundesregierung im Rahmen des laufenden Stresstests zu einer Neubewertung der Lage kommen, sind wir zu Gesprächen bereit”, hatte E.ON-Finanzchef Marc Spieker gestern gesagt.

Bislang ist vorgesehen, dass in Deutschland die drei letzten Meiler Ende des Jahres stillgelegt werden. Sie werden von E.ON, RWE und EnBW betrieben. EnBW-Chef Frank Mastiaux hatte gesagt, im Falle einer deutlichen Verlängerung würden neue Brennstäbe gebraucht. In den vergangenen Wochen sind die Rufe nach einer Laufzeitverlängerung immer lauter geworden. Befürworter verweisen auf die gekürzten russischen Gaslieferungen und fordern, mit den Kernkraftwerken den Einsatz von Gaskraftwerken zu reduzieren.

Hapag-Lloyd erwartet Normalisierung der Lieferketten

Die Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd erwartet absehbar eine Entspannung der Lieferketten – und damit einen Rückgang der Transportpreise. “Wir sehen derzeit in einigen Fahrtgebieten erste Anzeichen dafür, dass die kurzfristigen Raten im Markt nachgeben”, sagte Chef Rolf Habben Jansen. Im ersten Halbjahr nahm Hapag-Lloyd trotz einer praktisch stagnierenden Transportmenge deutlich mehr ein als ein Jahr zuvor. Denn die Engpässe in den Häfen führen zu überdurchschnittlich langen Umlaufzeiten bei Schiffen und Containern, und in der Folge hohen Transportpreisen. Der Umsatz verdoppelte sich dadurch nahezu auf knapp 17 Milliarden Euro.

Deutsche Telekom verzeichnet mehr neue Vertragskunden

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal trotz verbraucherfreundlicherer Kündigungsrechte hierzulande mehr Kunden für sich gewonnen. Nach Abzug von Kündigungen seien 194.000 neue Vertragskunden unter der eigenen Marke und damit mehr als im Vorjahresquartal hinzugekommen. Der Konzernumsatz kletterte um quick sechs Prozent auf etwa 28 Milliarden Euro. Unter dem Strich kletterte der bereinigte Konzernüberschuss nach Minderheiten um quick 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Siemens macht Verlust

Zum ersten Mal seit quick 12 Jahren muss Siemens rote Zahlen melden – obwohl die Geschäfte intestine laufen. Der Münchener Konzern machte im dritten Geschäftsquartal 1,5 Milliarden Euro Verlust. Die Gründe dafür sind eine hohe Abschreibung auf den verbliebenen Anteil an der ehemaligen Energiesparte Siemens Vitality und Belastungen im Zusammenhang mit Russland, da sich Siemens wegen des Ukraine-Krieges von dort zurückzieht.

Gewinnsprung bei Salzgitter

Preiserhöhungen für seine Produkte haben dem Stahlhersteller Salzgitter im zweiten Quartal deutlich in die Hände gespielt. Aufgrund von Gewinnsprüngen bei der Stahlerzeugung, der Verarbeitung des Supplies und im Handel stieg der Vorsteuergewinn (EBT) um mehr als das Dreifache auf rund 970 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen heute mitteilte. Der Außenumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte auf 6,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben Salzgitter 781 Millionen Euro übrig nach 231 Millionen im Vorjahr. Der Konzern bestätigte zudem die im Juni erhöhte Prognose.

Höhere Stahlpreise treiben Thyssenkrupp an

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp profitiert weiter von den gestiegenen Materialpreisen. Dagegen belasten den Konzern die gestiegenen Zinsen: Hier musste Thyssenkrupp in dem Zusammenhang millionenschwere Wertminderungen vornehmen, was den Nettogewinn drückte. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um intestine ein Viertel auf knapp elf Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) konnte Thyssenkrupp mit 721 Millionen Euro quick verdreifachen.

Viel Geschäft für Daimler Truck

Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal dank Preiserhöhungen, vorteilhaften Wechselkursen und mehr Absatz überraschend viel Geschäft gemacht. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern steigerte Daimler Truck um 15 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Den auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn steigerten die Schwaben um intestine die Hälfte auf 992 Millionen Euro.

Credit score Suisse-Großaktionär Harris verdoppelt Beteiligung

Credit score-Suisse-Großaktionär Harris Associates hat seine Beteiligung an der schweizerischen Großbank quick verdoppelt. Harris hält per Ende Juli einen Anteil von 10,1 Prozent, wie aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit haben die Amerikaner ihre Place als größter Aktionär weiter ausgebaut. Harris liegt nun weit vor den anderen Credit score-Suisse-Großaktionären Qatar Funding Authority und Blackrock mit jeweils fünf Prozent.

Disney holt Netflix ein

Der Unterhaltungsriese Walt Disney hat im jüngsten Geschäftsquartal rasantes Wachstum mit seinen Streaming-Diensten verzeichnet. Die On-Demand-Companies Disney+, Hulu und ESPN+ brachten es Ende Juni zusammen auf insgesamt rund 221 Millionen Abos. Damit hat Disney zum bisherigen Streaming-Marktführer Netflix aufgeschlossen, der zuletzt Kunden verlor und das vergangene Vierteljahr ebenfalls mit rund 221 Millionen Nutzerkonten beendete.

Insgesamt wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 21,5 Milliarden Greenback. Der Gewinn stieg um 53 Prozent auf 1,4 Milliarden Greenback (1,36 Mrd Euro).



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Written by Newsplaneta

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